# Liquidität in den ersten sechs Monaten: So übersteht dein neuer Betrieb die Anlaufphase

> Vier von fünf 2022 gegründeten Gastronomiebetrieben waren ein Jahr später noch aktiv, aber nach fünf Jahren nur noch gut ein Drittel. Was in den ersten sechs Monaten wirklich an Liquidität kostet, welche Regel gerade ausgesetzt ist, obwohl sie noch überall zitiert wird, und ein Fahrplan für die Anlaufphase.

- Author: Alex Riesenkampff (Super44)
- Published: 2026-09-10
- Canonical: https://super44.ai/de/blog/liquiditaet-erste-sechs-monate-gastronomie

## Das Wichtigste in Kürze

- 80,2 % der 2022 gegründeten Gastronomie-Unternehmen waren 2023 noch aktiv, aber von der Kohorte 2018 waren es nach fünf Jahren nur noch 36,0 % (Statistisches Bundesamt, 11.11.2025).
- Im Gastgewerbe stiegen die beantragten Insolvenzverfahren von Januar bis November 2025 auf 2.314 Fälle (+25,8 %), während im gleichen Zeitraum 33.553 Betriebe neu gegründet wurden (+4,9 %) (DEHOGA-Zahlenspiegel IV/2025).
- Von rund 15.000 Betriebsschließungen im Gastgewerbe 2025 waren nur 13,4 % tatsächlich Insolvenzen; 43,4 % waren freiwillige Abmeldungen und 43,2 % wirtschaftlich inaktive Firmen (ZEW Mannheim / Creditreform, 18.08.2026).
- Die Pflicht zur monatlichen Umsatzsteuervoranmeldung für Neugründer ist bis Ende 2026 ausgesetzt, aber das Quartal ist nicht automatisch gesetzt: Geprüft werden 9.000 Euro gegen die geschätzte Steuer des Gründungsjahres und, im zweiten Jahr, gegen die auf ein volles Jahr hochgerechnete Vorjahressteuer (§ 18 Abs. 2 UStG).
- Der KfW ERP-Gründerkredit StartGeld finanziert bis zu 200.000 Euro, davon bis zu 80.000 Euro als Betriebsmittel, ganz ohne Eigenkapital, weil die KfW 80 % des Kreditrisikos von der Hausbank übernimmt (KfW).

Vier von fünf Gastronomiebetrieben, die 2022 gegründet wurden, waren ein Jahr später noch aktiv, aber von der Kohorte 2018 war es nach fünf Jahren nur noch gut ein Drittel (Statistisches Bundesamt, 11. November 2025). **Der Unterschied entsteht nicht am Ende dieser fünf Jahre, sondern beginnt in den ersten sechs Monaten, wenn Kaution, Umbau und ein eingearbeitetes Team schon bezahlt werden müssen, während der Umsatz noch nicht trägt.** Dieser Beitrag zeigt, was in dieser Anlaufphase wirklich an Liquidität kostet, was die Zahlen zum Scheitern tatsächlich belegen und was nicht, und einen Fahrplan, mit dem du die ersten sechs Monate bewusst statt zufällig übersteht.

## Warum die ersten sechs Monate anders sind als "das erste Jahr"

Die Anlaufphase unterscheidet sich vom restlichen ersten Jahr, weil die größten Ausgaben in einem kurzen Zeitraum zusammenfallen, während der Umsatz erst aufgebaut wird.

### Was vor der Eröffnung fällig wird

**Kaution, Umbau, Kassenausstattung und Wareneinsatz für den Start werden vor der Eröffnung fällig, ein vollständig eingearbeitetes Team dagegen ab dem ersten Öffnungstag, obwohl die Auslastung typischerweise erst über Wochen wächst.** Keiner dieser Posten ist ein Fehler, sie gehören zur Eröffnung dazu. Das Problem entsteht, wenn die Kalkulation für Monat zwölf, wenn Fixkosten und Umsatz zueinander passen, unverändert auf Monat eins übertragen wird.

### Die Kaution ist meist größer als gedacht

Die Kaution allein kann dabei erheblich größer ausfallen, als viele Gründer einplanen. **Anders als bei der Wohnraummiete gibt es bei einem Gewerbemietvertrag keine gesetzliche Obergrenze für die Kaution, in der Gastronomie sind sechs bis sieben Kaltmieten inzwischen üblich, bei längeren Verträgen sogar bis zum Siebenfachen einer Monatsmiete.** Wer mit den drei Monatsmieten aus dem Wohnraummietrecht kalkuliert, weil das der bekanntere Vergleichswert ist, plant an dieser einen Stelle womöglich mit weniger als der Hälfte dessen, was der Vermieter tatsächlich verlangt.

> **6-7 Kaltmieten** — Übliche Kautionshöhe bei einem gewerblichen Mietvertrag in der Gastronomie, ohne gesetzliche Obergrenze (Homeday, gewerbliche Mietkaution)

Dazu kommt die laufende Buchführungspflicht ab dem ersten Tag: Jede Bareinnahme gehört ins Kassenbuch, wer eine elektronische Kasse nutzt, muss sie zusätzlich beim Finanzamt melden. Das kostet zwar keine Liquidität direkt, aber ein Betrieb, der diese Pflicht erst im laufenden Betrieb nachrüstet, verliert in der ohnehin knappsten Phase Zeit, die er für den Umsatzaufbau bräuchte.

## Was die Zahlen zum Scheitern wirklich zeigen, und was nicht

Die belastbaren Zahlen zeichnen ein differenzierteres Bild als die oft zitierte Pauschale "die Hälfte scheitert in den ersten Jahren".

### Die Überlebensquote im Detail

**Das Statistische Bundesamt beziffert die Ein-Jahres-Überlebensquote für 2022 gegründete Gastronomiebetriebe auf 80,2 %, nach fünf Jahren sinkt sie für die Kohorte 2018 auf 36,0 %.** Das ist ernüchternd über fünf Jahre gerechnet, aber etwas anderes als die verbreitete Behauptung, jeder zweite Betrieb scheitere bereits "in den ersten Jahren".

**Was die Destatis-Zahlen belegen, und was nicht**

*Source: Statistisches Bundesamt, Zahl der Woche, 11.11.2025*

- **Belegt:** 80,2 % der 2022 gegründeten Gastronomie-Unternehmen waren 2023 noch aktiv; von der Kohorte 2018 waren es nach fünf Jahren noch 36,0 %.
- **Nicht belegt:** Keine amtliche Statistik schlüsselt das Scheitern innerhalb des ersten Jahres nach Monaten auf, eine speziell auf die ersten sechs Monate bezogene Ausfallquote existiert nicht als gemessene Zahl.

### Neugründungen und Insolvenzen im Gleichschritt

Der DEHOGA-Zahlenspiegel für das vierte Quartal 2025 zeigt eine Branche, die von beiden Seiten unter Spannung steht: **Von Januar bis November 2025 stiegen die beantragten Insolvenzverfahren im Gastgewerbe auf 2.314 Fälle (plus 25,8 % gegenüber dem Vorjahr), während im selben Zeitraum 33.553 Betriebe neu gegründet wurden (plus 4,9 %).** Nach Creditreform-Zahlen, zitiert bei ZDFheute im März 2026, meldeten 2025 mehr als 2.900 Gastronomiebetriebe Insolvenz an, der höchste Stand seit 2011 und das vierte Jahr in Folge mit einem Anstieg.

### Die meisten, die aufgeben, gehen nicht insolvent

Eine Einordnung, die in den meisten Berichten fehlt, liefert das Mannheimer Unternehmenspanel von ZEW und Creditreform: **Von rund 15.000 Betriebsschließungen im Gastgewerbe 2025 waren nur 13,4 % tatsächlich Insolvenzen, 43,4 % waren freiwillige Abmeldungen und 43,2 % wirtschaftlich inaktive Firmen, die schlicht keinen Geschäftsbetrieb mehr hatten.** Ein Betrieb, der aufgibt, geht also weit häufiger still vom Markt, als dass er insolvent wird. Das verschiebt die Frage: Die meisten Betreiber, die scheitern, erleben nicht den öffentlichen Insolvenzfall, sondern die leise Entscheidung, nicht weiterzumachen, oft bevor es überhaupt so weit kommt.

Für die Anlaufphase heißt das: Wer nur auf das Insolvenzrisiko schaut, sieht nur einen von sieben Fällen. Die Fragen, die vor einer Insolvenz stehen, "reicht die Liquidität noch bis zum nächsten Monat", "trägt sich die Auslastung inzwischen selbst" und "will ich das in dieser Form weitermachen", stellen sich viel früher und viel öfter, und genau dort setzt ein wöchentlicher Blick auf die eigenen Zahlen an.

## Die Umsatzsteuer-Regel, die gerade nicht gilt

Eine Sorge, die viele Existenzgründer mitbringen, betrifft eine Pflicht, die derzeit ausgesetzt ist.

### Was ausgesetzt ist, und bis wann

**Nach § 18 Abs. 2 UStG müsste ein Neugründer im Gründungsjahr und im Folgejahr eigentlich monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben, diese Pflicht ist aber seit dem 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2026 ausgesetzt.** Voranmeldezeitraum ist stattdessen grundsätzlich das Kalendervierteljahr, sobald die Steuer die Grenze von 9.000 Euro nicht übersteigt. Diese Grenze wurde zum 1. Januar 2025 durch das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz von 7.500 auf 9.000 Euro angehoben, ältere Quellen und Merkblätter nennen deshalb noch den alten Wert.

### Welche Steuer dabei geprüft wird

Entscheidend ist, welche Steuer gegen diese Grenze läuft, und genau hier liegt die Falle für einen Neugründer: Ein Betrieb im Eröffnungsjahr hat kein Vorjahr, an dem sich etwas messen ließe. **Im Gründungsjahr zählt deine eigene sachgerechte Schätzung der voraussichtlichen Steuer des laufenden Jahres, im zweiten Jahr wird die tatsächliche Steuer des angebrochenen Vorjahres auf ein volles Jahr hochgerechnet.** Liegt einer dieser beiden Werte über 9.000 Euro, bleibt es bei der monatlichen Abgabe.

Für einen Betrieb, der in den kommenden Monaten eröffnet, heißt das zweierlei. Erstens ist das Quartal nicht automatisch gesetzt: Wer für das erste Jahr eine kräftige Umsatzerwartung angibt, landet trotz Aussetzung bei der monatlichen Pflicht. Zweitens ist das zweite Jahr die eigentliche Überraschung, weil die Hochrechnung aus wenigen Handelsmonaten eine Jahreszahl macht, die deutlich über der rohen Zahl auf dem eigenen Konto liegt. Plane die Voranmeldung also nach deiner Schätzung, nicht nach dem Wunsch, quartalsweise abzugeben.

Ob die Aussetzung über den 31. Dezember 2026 hinaus verlängert wird, war zum Redaktionsschluss noch nicht entschieden. Wer im Winter 2026/27 gründet, sollte den aktuellen Stand direkt beim Finanzamt oder Steuerberater gegenprüfen, statt sich auf diesen Beitrag oder eine ältere Quelle zu verlassen.

### Die eigenen Zahlen von Tag eins an, statt sie nachträglich zu rekonstruieren

Super44 verbindet sich automatisch mit Kasse und Dienstplan und hält den Wareneinsatz und die Personalkosten laufend aktuell, damit die Zahlen für den Liquiditätsplan von der ersten Woche an vorliegen.

[So funktioniert es](https://super44.ai)

## Wareneinsatz und Personal, bevor der Umsatz trägt

Die zwei größten Kostenblöcke sind in der Anlaufphase am unbequemsten, weil sie am wenigsten warten können. **Ein neu eröffneter Betrieb zahlt Lieferantenrechnungen meist innerhalb weniger Tage bis Wochen, während die Auslastung erst über mehrere Wochen auf ein stabiles Niveau steigt, und ein vollständig eingearbeitetes Team kostet ab dem ersten Diensttag den vollen Lohn plus Lohnnebenkosten.** Unsere [Wareneinsatzquote-Benchmarks](/de/blog/wareneinsatzquote-gastronomie) und unsere [Personalkosten-Benchmarks](/de/blog/personalkosten-gastronomie-benchmarks) zeigen, welcher Anteil vom Umsatz in einem eingeschwungenen Betrieb üblich ist, als Vergleichswert dafür, wie weit die Anlaufphase noch davon entfernt ist.

Sozialversicherungsbeiträge fallen für jeden fest angestellten Mitarbeiter ab dem ersten Gehalt an, unabhängig davon, ob die Auslastung schon dazu passt. Wer die Eröffnung mit Minijobbern oder befristeten Aushilfen abfedern will, findet die aktuellen Grenzen und Pflichten in unserem Beitrag zu [Minijobs in der Gastronomie](/de/blog/minijob-gastronomie-2026).

## Der KfW-Gründerkredit als Liquiditätsbrücke

Wenn die eigene Liquiditätsplanung eine Lücke zeigt, die sich nicht allein durch gestrecktes Investieren oder verhandelte Zahlungsziele schließen lässt, ist der ERP-Gründerkredit StartGeld für eine Neugründung meist der zugänglichste Förderkredit. **Der KfW ERP-Gründerkredit StartGeld finanziert bis zu 200.000 Euro, davon bis zu 80.000 Euro als reines Betriebsmittel, wobei 100 % des Kreditbetrags ausgezahlt werden und kein Eigenkapital nötig ist, weil die KfW 80 % des Kreditrisikos gegenüber der Hausbank übernimmt.**

**ERP-Gründerkredit StartGeld (067) im Überblick**

| Merkmal | Wert |
| --- | --- |
| Kreditbetrag | Bis 200.000 Euro |
| Davon Betriebsmittel | Bis 80.000 Euro |
| Auszahlung | 100 % des Kreditbetrags |
| Eigenkapital | Nicht erforderlich |
| Haftungsfreistellung Hausbank | 80 % des Kreditrisikos |
| Laufzeit | Bis 5 Jahre (1 tilgungsfrei) oder bis 10 Jahre (bis 2 tilgungsfrei) |

*KfW, ERP-Gründerkredit StartGeld (067), offizielle Produktseite, abgerufen 10.09.2026. Den aktuellen Zinssatz und die Details zur Sondervorauszahlung bespricht die Hausbank im Beratungsgespräch.*

Der Kredit läuft immer über die eigene Hausbank, nicht direkt über die KfW, das sogenannte Hausbankprinzip. Die Hausbank prüft den Businessplan und reicht den Antrag weiter, ihre Bereitschaft ist damit der eigentliche Flaschenhals, nicht die KfW-Kriterien selbst. Ein solider, aus echten Zahlen gebauter Liquiditätsplan ist deshalb kein Papier, das man für die Bank erstellt und danach beiseitelegt, er ist die Grundlage, auf der die Hausbank ihre Entscheidung trifft, und genau der Plan, den dieser Beitrag beschreibt.

Wichtig für die Terminplanung: Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt werden, ein bereits unterschriebener Mietvertrag oder eine schon bezahlte Umbaurechnung kann die Förderfähigkeit gefährden. Wer die Reihenfolge falsch herum aufzieht, verliert nicht nur Zeit, sondern unter Umständen den ganzen Zugang zum Kredit.

## Der Trade-off: Wer am Anfang zu sehr spart

Sparsamkeit in der Anlaufphase ist ein vernünftiger Instinkt, aber er hat einen Preis, den die Liquiditätsplanung allein nicht zeigt. **Ein zu knapp besetztes Team in den ersten Wochen trifft genau die Gäste, die sich in dieser Zeit eine erste Meinung bilden und diese in Bewertungen festhalten, die sich später kaum noch korrigieren lässt.** Die Zahl der ZEW-Analyse, wonach fast drei Viertel aller Betriebsschließungen 2025 keine Insolvenzen, sondern freiwillige Abmeldungen oder wirtschaftliche Inaktivität waren, passt zu diesem Bild: Viele Betreiber geben nicht auf, weil eine Bank den Kredit fällig stellt, sondern weil der Betrieb über Monate hinweg zu wenig Substanz aufgebaut hat, um weiterzumachen.

Die praktikablere Grenze ist nicht "so wenig Personal wie möglich", sondern "so viel Personal, wie die belegbare Nachfrage rechtfertigt", mit einem getesteten Plan für kurzfristige Verstärkung, wenn eine Schicht dichter wird als erwartet. Das kostet nichts, solange der Fall nicht eintritt. Das Eröffnungsteam allein zur Kostensenkung unter dieses Niveau zu kürzen, ist die Art von Sparsamkeit, die in der Regel mehr kostet, als sie einspart.

## Ein Fahrplan für die ersten sechs Monate

Keine der obigen Zahlen hilft, wenn niemand die eigene Liquidität Woche für Woche verfolgt. **Ein fester, einfacher Rhythmus zur Kontrolle der echten Kasse gegen den Plan fängt ein Problem ab, solange es noch eine kleine Korrektur ist, keine Krise.**

**Ein Liquiditätsrhythmus für die ersten sechs Monate**

1. **Vor der Eröffnung:** Einen 13-Wochen-Liquiditätsplan aus echten Angeboten für Miete, Umbau und Personal aufstellen, nicht aus einer pauschalen Prozentzahl. Die Wochen markieren, in denen Kaution, Umbaurechnungen und erste Lieferantenrechnungen fällig werden.
2. **Woche 1 bis 4:** Die echte Kasse wöchentlich, nicht monatlich, gegen den Plan prüfen. Ein Monat ist ein zu langer Zyklus, um eine früher als geplant fällige Lieferantenrechnung oder eine schwächere Auslastung rechtzeitig zu bemerken.
3. **Monat 2:** Zahlungsziele mit Lieferanten neu verhandeln, sobald echte Bestellmengen vorliegen. Ein Betrieb mit vier Wochen Handelsdaten verhandelt aus einer stärkeren Position als einer ohne.
4. **Monat 3:** Den Dienstplan an die tatsächlich beobachtete Nachfrage anpassen, nicht an die Annahme aus der Eröffnungswoche. Stunden dort aufstocken, wo die Auslastung es trägt, und dort kürzen, wo sie es dauerhaft nicht tut.
5. **Monat 4 bis 5:** Die eigene Umsatzsteuer-Voranmeldepflicht nachrechnen: die geschätzte Jahressteuer gegen die 9.000-Euro-Grenze halten und prüfen, was die Hochrechnung des angebrochenen Jahres für das zweite Jahr bedeutet.
6. **Monat 6:** Bewusst entscheiden: die Liquidität mit einem StartGeld-Kredit strecken, wenn die Lücke real und begrenzt ist, die Kostenstruktur anpassen, wenn sie strukturell ist, oder den Kurs halten, wenn Plan und Realität sich angenähert haben.

*Nichts davon braucht neue Software. Es braucht denselben Check auf einem festen Termin, statt nur dann, wenn der Kontostand knapp aussieht.*

## Wo Super44 reinpasst

Software macht die Miete nicht kleiner und den Gast nicht schneller. Sie kann aber die Zahlen für den wöchentlichen Check bereitstellen, ohne dass sie jede Woche neu aus Belegen zusammengesucht werden müssen. **Super44 verbindet Kasse und Dienstplan automatisch, sodass die echten Wochenzahlen hinter dem Liquiditätsplan von Anfang an vorliegen, statt nachträglich rekonstruiert zu werden.**

Bei einem Café und einer Rösterei in einer Kleinstadt bei Köln fand Super44 eine Wachstumsliste im Wert von 3.100 bis 5.600 Euro pro Monat. Größtenteils aus Dingen, die der Betrieb schon hatte: der eigene Kaffee im Wiederverkauf, drei bis fünf B2B-Bürokaffee-Kunden, und ein veganes Frühstücksboard, das kein Wettbewerber vor Ort anbot. Dazu eine Vorbereitung auf 120 % der Spitzenauslastung, damit das Brot nicht schon um 13 Uhr ausverkauft war. Keiner dieser Punkte brauchte neues Kapital, sie nutzten Angebote, die der Betrieb schon hatte.

Die Entscheidung, was investiert wird, wann eingestellt wird und wann ein Kredit sinnvoll ist, trifft weiterhin der Betreiber selbst. Was Software abnehmen kann, ist die Verzögerung zwischen einer Veränderung im Tagesgeschäft und dem Moment, in dem sie sichtbar wird, und das zählt am meisten genau dann, wenn die Liquidität am knappsten ist. Unser [Prime-Cost-Leitfaden](/de/blog/prime-cost-gastronomie) zeigt die wöchentliche Routine für die zwei größten Kostenblöcke, sobald der Betrieb eingeschwungen ist, und unser Beitrag zur [Kassenmeldepflicht](/de/blog/kassenmeldepflicht-elster-nachmelden) klärt, welche Meldepflichten schon vor der Eröffnung erledigt sein sollten, damit sie nicht mitten in der Anlaufphase nachgeholt werden müssen.

## Häufige Fragen

### Wie viel Kapital brauche ich, bevor ich einen Gastronomiebetrieb eröffne?

Eine offizielle, gastronomiespezifische Kennzahl dafür gibt es nicht. Sicher ist nur: Kaution, Umbau, Erstausstattung und ein eingearbeitetes Team werden fällig, bevor der Umsatz sie trägt. Baue deinen eigenen 13-Wochen-Liquiditätsplan aus echten Angeboten für Miete, Umbau und Personal, statt eine allgemeine Faustregel zu übernehmen.

### Muss ich als Neugründer monatlich Umsatzsteuer voranmelden?

Nicht zwingend, aber auch nicht automatisch quartalsweise. Die Pflicht zur monatlichen Voranmeldung für Existenzgründer ist seit 2021 bis Ende 2026 ausgesetzt. Geprüft wird stattdessen die 9.000-Euro-Grenze: im Gründungsjahr gegen deine eigene sachgerechte Schätzung der voraussichtlichen Steuer, im zweiten Jahr gegen die auf ein volles Jahr hochgerechnete Steuer des angebrochenen Vorjahres. Liegt einer der Werte darüber, bleibt es monatlich. Ob die Aussetzung über 2027 hinaus verlängert wird, ist noch nicht entschieden, das solltest du vor deiner Gründung beim Finanzamt oder deinem Steuerberater gegenprüfen.

### Wie viele neu gegründete Gastronomiebetriebe überleben die ersten Jahre?

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts waren 80,2 % der 2022 gegründeten Gastronomie-Unternehmen ein Jahr später noch aktiv, nach fünf Jahren (Kohorte 2018) aber nur noch 36,0 %. Eine monatsgenaue Aufschlüsselung für die ersten sechs Monate gibt es in keiner öffentlichen Statistik, das ist eine echte Datenlücke, keine, die sich seriös schließen lässt.

### Was ist der KfW ERP-Gründerkredit StartGeld, und wofür eignet er sich?

Ein Förderkredit über die Hausbank, der bis zu 200.000 Euro finanziert, davon bis zu 80.000 Euro als Betriebsmittel. 100 % des Kreditbetrags werden ausgezahlt, ganz ohne Eigenkapital. Die KfW übernimmt 80 % des Kreditrisikos gegenüber der Hausbank, was ihn gerade für eine Neugründung ohne Track Record zugänglicher macht als ein normaler Kontokorrentkredit. Den aktuellen Zinssatz veröffentlicht die KfW selbst; er stand zum Redaktionsschluss nicht als feste Zahl auf ihrer Produktseite.

### Sollte ich beim Personal von Anfang an sparen, um Liquidität zu schonen?

Nur bis zu einem Punkt, den du vorher festlegst, nicht ohne Grenze. Ein zu knapp besetztes Team in den ersten Wochen kostet dich Bewertungen und Stammgäste, die sich in der Anlaufphase erst bilden, und das lässt sich später kaum nachholen. Besetze nach der Nachfrage, die du mit eigenen Zahlen oder Erfahrungswerten belegen kannst, mit einem getesteten Plan für kurzfristige Verstärkung, statt das Eröffnungsteam allein zur Kostensenkung zu kürzen.

### Was ist der größte Liquiditätsfehler bei der Eröffnung?

Die erste Woche als Normalfall zu behandeln statt als Tiefpunkt. Auslastung, Bonhöhe und Teamroutine verbessern sich typischerweise mit den Wochen, ein Plan, der von einer schwachen Eröffnungswoche ausgeht, unterschätzt daher, wie stabil Monat sechs aussehen kann. Umgekehrt unterschätzt ein zu optimistischer Plan, wie dünn Monat eins wirklich ist. Verfolge deine echten Wochenzahlen gegen beide Szenarien.

## Quellen

1. [Statistisches Bundesamt (Destatis): 36 % der neu gegründeten Gastronomie-Unternehmen waren nach fünf Jahren noch aktiv](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2025/PD25_46_p002.html) — Veröffentlicht 11.11.2025. 80,2 % Überlebensquote nach einem Jahr (Kohorte 2022), 36,0 % nach fünf Jahren (Kohorte 2018).
2. [DEHOGA Sachsen: DEHOGA-Zahlenspiegel IV/2025, Branche bleibt unter Druck](https://www.dehoga-sachsen.de/informationen/branchen-news/news/dehoga-zahlenspiegel-iv-2025-branche-bleibt-unter-druck/) — Veröffentlicht 26.02.2026. 2.314 beantragte Insolvenzverfahren (+25,8 %) und 33.553 Betriebsneugründungen (+4,9 %) im Gastgewerbe, Januar bis November 2025.
3. [ZDFheute: Immer mehr Gastronomie-Pleiten, 2025 fast 3.000 Insolvenzen](https://www.zdfheute.de/wirtschaft/gastronomie-pleite-restaurant-corona-100.html) — Veröffentlicht 19.03.2026, zitiert Creditreform. Über 2.900 Gastronomie-Insolvenzen 2025, höchster Stand seit 2011, viertes Jahr in Folge steigend.
4. [tageskarte.io: Gastgewerbe verzeichnet deutlichen Anstieg auf rund 15.000 Unternehmensschließungen](https://www.tageskarte.io/zahlen/detail/gastgewerbe-verzeichnet-deutlichen-anstieg-auf-rund-15000-unternehmensschliessungen.html) — Veröffentlicht 18.08.2026, ZEW Mannheim / Creditreform (Mannheimer Unternehmenspanel). ~15.000 Schließungen 2025 (+15 % ggü. 2024): 13,4 % Insolvenzen, 43,4 % freiwillige Abmeldungen, 43,2 % wirtschaftlich inaktive Firmen.
5. [IHK Düsseldorf: Aussetzung der Pflicht zur monatlichen Übermittlung von Voranmeldungen in Neugründungsfällen](https://www.ihk.de/duesseldorf/existenzgruendung/aktuelles/aussetzung-der-pflicht-zur-monatlichen-uebermittlung-voranmeldungen-in-neugruendungsfaellen-4996474) — Bestätigt den Aussetzungszeitraum 1.1.2021 bis 31.12.2026, nach BMF-Schreiben vom 16. und 20. Dezember 2020. Keine Aussage zu 2027. Die Euro-Grenze auf dieser Seite datiert vor der Anhebung durch das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz zum 1.1.2025, siehe dejure.org für den aktuellen Wortlaut.
6. [dejure.org: § 18 UStG, Besteuerungsverfahren](https://dejure.org/gesetze/UStG/18.html) — Aktueller Gesetzestext zu § 18 Abs. 2 UStG: Quartal als Regelfall, monatliche Voranmeldung ab 9.000 Euro (angehoben von 7.500 Euro durch das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz zum 1.1.2025). Satz 4 (monatliche Pflicht im Gründungs- und Folgejahr) ist für 2021 bis 2026 ausgesetzt; stattdessen zählt im Gründungsjahr die voraussichtliche Steuer des laufenden Jahres und im Folgejahr die auf ein Jahr hochgerechnete Steuer des angebrochenen Vorjahres.
7. [Homeday: Gewerbliche Mietkaution, Höhe, Zahlung und Rückzahlung](https://www.homeday.de/de/immobilienvermietung/gewerbliche-mietkaution/) — Keine gesetzliche Obergrenze bei Gewerbemiete (anders als die 3 Monatsmieten bei Wohnraum); 6 bis 7 Kaltmieten inzwischen üblich, bei längeren Verträgen bis zum Siebenfachen. Nennt Gastronomie und EDV-Handel als Branchen mit höheren Kautionsforderungen.
8. [foerderwiki.de: StartGeld KfW 067, Gründerkredit bis 200.000 Euro](https://www.foerderwiki.de/artikel/startgeld-kfw-067) — Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens bei der Hausbank gestellt werden; ein vorher unterschriebener Vertrag oder eine bereits bezahlte Rechnung gefährdet die Förderfähigkeit vollständig.
9. [KfW: ERP-Gründerkredit StartGeld (067)](https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Gr%C3%BCnden-Nachfolgen/F%C3%B6rderprodukte/ERP-Gr%C3%BCnderkredit-Startgeld-(067)/) — Offizielle Produktseite. Bis 200.000 Euro Kreditbetrag, davon bis 80.000 Euro Betriebsmittel, 100 % des Kreditbetrags werden ausgezahlt, 80 % Haftungsfreistellung der Hausbank, kein Mindestbetrag, kein Eigenkapital nötig. Abgerufen 10.09.2026; aktueller Zinssatz zu diesem Zeitpunkt nicht als feste Zahl auf der Seite ausgewiesen.
