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Kassensystem Gastronomie 2026: der unabhängige Vergleich

Sieben Anbieter, alle Preise von deren eigenen Seiten, geprüft am 12. August 2026. Drei davon veröffentlichen ihren Kartensatz überhaupt nicht. Was ein Gastronomiebetrieb im Monat wirklich zahlt, und wie du den Listenpreis nach unten verhandelst.

Alex Riesenkampff

Alex Riesenkampff

12. August 2026 · 14 Min. Lesezeit · Markdown

Ein Kassensystem für die Gastronomie kostet bei 15.000 € Kartenumsatz im Monat zwischen rund 209 € und 324 € netto, wenn man Software, TSE, Kartengebühr und die auf drei Jahre verteilte Hardware zusammenrechnet. Diese Spanne gilt allerdings nur für die vier Anbieter, bei denen sich die Rechnung überhaupt abschließen lässt: Lightspeed, Tillhub und orderbird veröffentlichen ihren Kartensatz nicht, und ohne ihn ist jede Gesamtkostenrechnung unvollständig. Genau das ist der wichtigste Befund dieses Vergleichs.

Dieser Beitrag stellt sieben Anbieter nebeneinander, mit allen Preisen von deren eigenen Seiten, geprüft am 12. August 2026. Er vergibt bewusst keine Noten und kürt keinen Sieger, weil die Antwort von der Form deines Betriebs abhängt und nicht von einer Rangliste. Und er zeigt, warum der veröffentlichte Kartensatz fast nie der Satz ist, den ein Betrieb am Ende zahlt.

Wie dieser Vergleich entstanden ist, und was uns mit einem Anbieter verbindet

Bevor Zahlen kommen, gehört offengelegt, wer sie zusammengetragen hat. Super44 verkauft keine Kassensysteme, vermittelt keine und erhält für keinen Anbieter auf dieser Seite eine Provision oder Vergütung. Eine Verbindung gibt es trotzdem, und sie gehört hierhin statt ans Seitenende: Zu SumUp besteht im Bereich Kartenzahlungen eine geschäftliche Beziehung. Was das konkret heißt, steht auf unserer Seite zu den SumUp Gebühren und nicht hier, damit diese Übersicht kein Angebot enthält.

Daraus folgt für diesen Vergleich zweierlei. SumUp wird hier wie jeder andere Anbieter behandelt, mit denselben Zahlen aus derselben Quelle, nämlich SumUps eigener Preisseite, und ohne Sonderangebot auf dieser Seite. Und dort, wo SumUp schlechter abschneidet als ein Wettbewerber, steht das genauso da.

Bewusst nicht vergeben werden Noten. Andere Übersichten zu diesem Thema bewerten Anbieter mit Schulnoten und setzen einen auf Platz eins, was ordentlich aussieht und trotzdem in die Irre führt: Eine Note fasst Kriterien zusammen, die für einen Imbiss mit einer Kasse und ein Restaurant mit vier Stationen unterschiedlich schwer wiegen, und macht die Gewichtung unsichtbar. Hier stehen stattdessen die Zahlen nebeneinander, samt der Stellen, an denen sie fehlen, und die Gewichtung nimmt der Betrieb selbst vor.

Die Methode ist bewusst schlicht. Jeder Preis stammt von der Seite des Anbieters selbst, nicht aus Vergleichsportalen, weil die sich untereinander widersprechen: Für Gastronovi kursieren dort 59 € und 9 € TSE, während die eigene Preisübersicht des Anbieters 69 € und 14 € ausweist. Wo ein Anbieter etwas nicht veröffentlicht, steht in der Tabelle "nicht veröffentlicht" statt einer Schätzung. Alle Quellen mit Abrufdatum stehen am Ende.

Was die sieben Anbieter veröffentlichen

Die Tabelle enthält bewusst Lücken, denn die Lücken sind der Befund. Bei drei von sieben Anbietern lässt sich die zweitgrößte Kostenposition, die Kartengebühr, aus den öffentlichen Angaben nicht ermitteln.

Veröffentlichte Konditionen für die Gastronomie, alle Angaben von den Seiten der Anbieter, geprüft am 12. August 2026
SumUp Basis0 €enthalten1,39 %jederzeit kündbar
SumUp Kassensystem Plus39 €enthalten1,39 % / 0,79 %Erstlaufzeit, Länge n. v.
Flatpay Terminal0 €enthalten1,39 % / 0,99 %36 Monate
Flatpay Basic POS0 €enthalten1,79 % / 0,99 %36 Monate
Tillhubab 29,80 €widersprüchlichnicht veröffentlicht12 Monate
ready2order35,90 €15,90 € separat1,23 %12 Monate
Gastronovi69 €14 € separat0,70 % bis 0,50 %3 Monate
Lightspeed Basic89 €nicht veröffentlichtnicht veröffentlichtVerlängerung um volle Laufzeit
orderbird Paket S99,90 €enthaltennicht veröffentlicht1, 12, 36 oder 120 Monate
Quellen: die jeweiligen Preisseiten und AGB der Anbieter, geprüft am 12. August 2026. Beträge netto, soweit der Anbieter das ausweist; Lightspeed, Tillhub und Gastronovi machen dazu keine Angabe. orderbirds Paketpreis gilt nur bei gleichzeitig gebuchter orderbird-Kartenzahlung, sonst 119,90 €. Gastronovi berechnet zusätzlich 6 bis 10 Cent je Transaktion nach Stückzahl.

Drei Dinge fallen beim Lesen der Zeilen auf. Der Softwarepreis sagt für sich genommen wenig: SumUp und Flatpay verlangen null, holen es aber über die Transaktion herein. Die TSE ist bei vier Anbietern im Preis und bei zweien eine eigene Position, was über fünf Jahre gerechnet einen dreistelligen Betrag ausmacht. Und die Laufzeiten liegen zwischen "jederzeit kündbar" und einer 36-monatigen Sperrfrist, in der laut AGB gar nicht gekündigt werden kann.

Der Listenpreis ist eine Obergrenze, kein Preis

Hier liegt der größte Unterschied zwischen einer Vergleichstabelle und der Realität eines Betriebs. Kartensätze sind fast immer verhandelbar und sinken mit dem Umsatz, und mehrere Anbieter schreiben das sogar selbst auf ihre Preisseite: Flatpay senkt von 1,39 % auf 0,99 % ab 200.000 € Jahresumsatz, Gastronovi staffelt von 0,70 % auf 0,50 % ab 150.001 € Monatsumsatz, und SumUp bietet ab 10.000 € Monatsumsatz einen individuellen Tarif mit "maßgeschneiderten Gebühren und flexiblen Konditionen" an.

Wer die Muster nebeneinanderlegt, sieht dieselbe Logik bei allen. Lightspeed, Tillhub und orderbird veröffentlichen gar keinen Satz und verweisen auf ein Gespräch, was nichts anderes heißt, als dass der Preis individuell gemacht wird. ready2order weist im eigenen Support darauf hin, dass Bestandskunden mit älteren Verträgen den aktuelleren Satz aktiv anfragen müssen. Ein veröffentlichter Satz ist damit eine Ansage an Neukunden ohne Verhandlungsposition, nicht der Marktpreis.

Was Anbieter selbst als Volumenrabatt ausweisen, in Prozentpunkten
Flatpay, ab 200.000 € im Jahr0.4ppGastronovi, ab 150.001 € im Monat0.2ppGastronovi, ab 50.001 € im Monat0.05pp
Differenz zwischen Einstiegs- und Bestsatz laut den veröffentlichten Staffeln der Anbieter, geprüft am 12. August 2026. Anbieter ohne veröffentlichten Satz sind nicht abgebildet, was nicht heißt, dass es dort keine Staffel gibt, sondern dass sie nicht öffentlich ist.

Die Beträge dahinter sind für einen Gastronomiebetrieb relevant, aber selten dramatisch, und das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Ein Zehntel Prozentpunkt ist bei 15.000 € Monatsumsatz 180 € im Jahr, bei 40.000 € sind es 480 €. Das lohnt ein Telefonat und eine gute Vorbereitung, aber es rechtfertigt keinen Systemwechsel allein. Die großen Beträge liegen bei den Fixkosten und bei der Vertragslaufzeit, nicht in der zweiten Nachkommastelle.

Was ein Betrieb im Monat wirklich zahlt

Erst die Summe aus allen vier Schichten ist vergleichbar. Bei 15.000 € Kartenumsatz im Monat liegt Flatpay mit dem reinen Zahlungsterminal bei rund 209 € netto und damit am günstigsten, SumUp Basis bei 220 €, ready2order bei 247 €, SumUp mit Kassensystem Plus bei 264 € und Gastronovi bei 288 €. Bei 5.000 € Umsatz dreht sich die Reihenfolge zugunsten der Anbieter ohne Grundgebühr, weil der Fixkostenblock dann prozentual viel schwerer wiegt.

Gesamtkosten pro Monat aus Software, TSE, Kartengebühr und Hardware über 36 Monate, netto
Flatpay Terminal69,50 € (1,39 %)208,50 € (1,39 %)556,00 € (1,39 %)
SumUp Basis80,58 € (1,61 %)219,58 € (1,46 %)567,08 € (1,42 %)
ready2order124,11 € (2,48 %)247,11 € (1,65 %)554,61 € (1,39 %)
SumUp Kassensystem Plus125,14 € (2,50 %)264,14 € (1,76 %)611,64 € (1,53 %)
Gastronovi151,33 € (3,03 %)288,00 € (1,92 %)629,67 € (1,57 %)
Flatpay Basic POS145,03 € (2,90 %)324,03 € (2,16 %)771,53 € (1,93 %)
Lightspeed, Tillhub, orderbirdnicht berechenbarnicht berechenbarnicht berechenbar
Eigene Berechnung aus den veröffentlichten Preisen, geprüft am 12. August 2026. Hardware auf 36 Monate verteilt, wo ein Preis veröffentlicht ist. Gastronovi inklusive 8 Cent je Transaktion bei einem angenommenen Durchschnittsbon von 12 €. Die letzte Zeile ist keine Wertung, sondern die Folge fehlender Angaben zum Kartensatz.

Die letzte Zeile ist die wichtigste. Bei Lightspeed, Tillhub und orderbird kennt man den Fixkostenblock, aber nicht die Position, die bei 40.000 € Umsatz vier Fünftel der Rechnung ausmacht. Wer ein Angebot dieser Anbieter bewertet, muss den Satz zuerst erfragen, sonst vergleicht er 89 € gegen 209 € und übersieht, dass die 89 € noch unvollständig sind.

Rechne ein beliebiges Angebot durch

%
Fixkosten pro Monat
56
Gesamtkosten pro Monat
264
Effektiver Satz auf deinen Kartenumsatz
2 %

Anbieterunabhängig: Trag die Zahlen aus einem konkreten Angebot ein und vergleiche den effektiven Satz mit dem eines zweiten Angebots. Hardware wird auf 36 Monate verteilt, was der üblichen Nutzungsdauer entspricht. Der effektive Satz ist die einzige Zahl, mit der sich zwei Angebote mit unterschiedlicher Struktur ehrlich vergleichen lassen.

Ein Wort zu den beiden Anbietern mit 0 € Softwaregebühr, weil "ohne monatliche Kosten" eine der häufigsten Suchanfragen zu diesem Thema ist. Kostenlos ist dort die Software, nicht die Kartenzahlung: SumUp verlangt im Basistarif keine Grundgebühr und holt die Kosten über 1,39 % je Transaktion herein, Flatpay rechnet die Softwarekosten laut eigenen AGB ausdrücklich in den Transaktionspreis ein. Das ist für kleine Betriebe oft die günstigste Struktur, hat aber eine Kehrseite: Weil die Kosten rein am Umsatz hängen, steigen sie linear mit, während ein Betrieb mit Grundgebühr ab einem gewissen Umsatz relativ günstiger wird. Bei Flatpay kommt eine Untergrenze hinzu, die auf der Preisseite nicht steht: In Monaten mit weniger als 2.000 € Umsatz je Terminal werden laut AGB 50 € netto berechnet, was für einen Saisonbetrieb in der Nebensaison genau dann greift, wenn am wenigsten hereinkommt.

Hardware: kaufen, mieten oder nur bereitgestellt bekommen

Bei der Hardware ist die Preistransparenz am schwächsten. Drei der sieben Anbieter veröffentlichen überhaupt keine Hardwarepreise: Lightspeed, Tillhub und Gastronovi verweisen auf Anfrage, und Gastronovi formuliert das auf der eigenen Seite als "Die Preise zu den besten Geräten für Deine Gastronomie senden wir Dir auf Anfrage." Wer Angebote vergleichen will, kann den Anschaffungsblock bei diesen dreien vorher nicht beziffern.

Wichtiger als der Preis ist bei manchen Anbietern aber die Eigentumsfrage. Flatpay stellt das Zahlungsterminal mit 0 € Bereitstellungspreis in Aussicht und verlangt für die POS-Pakete einmalig 1.999 € beziehungsweise 2.999 €. Das ist trotzdem kein Kauf: Nach den eigenen AGB bleiben sämtliche Geräte Eigentum von Flatpay, auch nachdem der Bereitstellungspreis gezahlt wurde, und dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden. Wer den Vertrag vor Ablauf der 36-monatigen Sperrfrist beendet, schuldet laut denselben Bedingungen zusätzlich den vollen Listenpreis der Geräte, wenn sie nicht binnen zehn Arbeitstagen zurückgehen.

Bei SumUp, ready2order und orderbird wird die Hardware dagegen gekauft und gehört dem Betrieb. Der Unterschied fällt erst am Ende auf: Ein gekauftes Terminal lässt sich nach einem Anbieterwechsel verkaufen oder als Ersatzgerät behalten, ein bereitgestelltes muss zurück. Für die Gesamtrechnung heißt das, dass ein niedriger Einstiegspreis mit Rückgabepflicht und ein höherer mit Eigentumsübergang nicht dieselbe Sache sind, auch wenn sie in einer Tabelle nebeneinanderstehen. Tillhub führt beide Modelle in getrennten Vertragsdokumenten, nennt aber weder für Kauf noch für Miete einen Betrag.

Verhandeln: wie du zwei Anbieter gegeneinander stellst

Verhandeln klingt nach Großbetrieb, ist aber genau dann wirksam, wenn ein Anbieter dich gerade gewinnen will. Die Verhandlungsmasse ist fast immer der Kartensatz und nicht die Softwaregebühr, weil der Satz individuell gesetzt wird und die Softwarepreise in Paketen stecken, die der Vertrieb selten aufbrechen darf. Wer den Satz um 0,15 Prozentpunkte drückt, spart bei 15.000 € Monatsumsatz 270 € im Jahr, dauerhaft und ohne Systemwechsel.

Was dabei wirkt, ist die eigene Abrechnung. Anbieter kalkulieren gegen einen Durchschnittskunden; ein Betrieb, der seinen Kartenumsatz, seinen Durchschnittsbon, seinen Anteil an Girocard gegenüber Kreditkarte und seinen heutigen effektiven Satz auf zwei Nachkommastellen nennen kann, wird anders kalkuliert. Das ist keine Verhandlungstaktik, sondern schlicht bessere Information auf der anderen Seite des Tisches.

In dieser Reihenfolge vorgehen

  • Eigene Zahlen zusammenstellenKartenumsatz je Monat, Durchschnittsbon, Anteil Girocard, Kredit-, Firmen- und Auslandskarten, heutiger effektiver Gesamtsatz aus Gebühren geteilt durch Umsatz.
  • Zwei Angebote parallel anfragenNie nur eines. Ohne Alternative gibt es keinen Grund, dir mehr als den Listenpreis anzubieten.
  • Nach dem Satz je Kartenart fragenEin Mischsatz verbirgt, wie teuer Firmen- und Auslandskarten sind. Lass Girocard, Kredit, Firmen- und Auslandskarten getrennt ausweisen.
  • Nach der Volumenstaffel fragenAb welchem Monatsumsatz sinkt der Satz, und um wie viel? Mehrere Anbieter veröffentlichen solche Staffeln, die anderen haben sie meist auch.
  • Die Laufzeit gegen den Satz tauschenEin besserer Satz gegen längere Bindung kann sich rechnen, aber nur wenn du den Wert beider Seiten kennst. Rechne die Bindung in Euro um, bevor du zustimmst.
  • Alles schriftlichSatz je Kartenart, Staffel, Laufzeit, Kündigungsfrist und was bei vorzeitigem Ausstieg fällig wird, gehören in den Auftrag, nicht ins Gesprächsprotokoll.
  • Nach zwölf Monaten erneut fragenWenn dein Umsatz gestiegen ist, hat sich deine Verhandlungsposition geändert. Anbieter senken Sätze selten von sich aus.

Der Aufwand lohnt sich ab etwa 10.000 € Kartenumsatz im Monat, weil dort mehrere Anbieter ohnehin auf individuelle Konditionen umstellen.

Die Pflichtkosten, die kein Anbieter erlässt

Bei den gesetzlichen Anforderungen unterscheiden sich die Anbieter im Preis, nicht im Ob. Eine Registrierkasse ist in Deutschland nicht vorgeschrieben, aber jedes eingesetzte elektronische Aufzeichnungssystem braucht seit 2020 eine zertifizierte TSE, muss Belege ausgeben und ist dem Finanzamt zu melden. Wer also eine elektronische Kasse nutzt, hat die Pflichten; wer eine offene Ladenkasse führt, nicht.

Die Meldung selbst ist kostenlos, aber formgebunden: Sie ist ausschließlich über Mein ELSTER oder die ERiC-Schnittstelle möglich, und für neu angeschaffte Systeme gilt eine Frist von einem Monat. Den vollständigen Ablauf, auch für versäumte Meldungen, behandelt unser Beitrag zur Kassenmeldepflicht.

Beim DSFinV-K-Export lohnt eine konkrete Frage vor der Unterschrift, weil hier die größten Qualitätsunterschiede liegen. Alle Anbieter werben mit Finanzamtkonformität, aber nicht alle dokumentieren einen vollständigen Export von Einzelbewegungen, Stammdaten und Kassenabschlüssen. Lass dir zusagen, dass der Export auch nach Vertragsende noch möglich ist, denn die Aufbewahrungsfristen laufen zehn Jahre und überdauern jeden Anbieterwechsel.

Wenn zwei Seiten desselben Anbieters sich widersprechen

Beim Prüfen der Preisseiten fielen drei Widersprüche auf, die ein Betrieb kennen sollte, weil sie alle zu seinen Ungunsten ausfallen können. Tillhub bewirbt seine Basiskassen mit "inklusive TSE" und nennt auf einer anderen eigenen Seite einen TSE-Festpreis von 119 € im Jahr, ohne die beiden Angaben irgendwo aufzulösen. Welche gilt, lässt sich von außen nicht entscheiden.

Flatpay wirbt auf der Gastronomieseite mit einer Transaktionsgebühr von "maximal 1,69 %", führt in der eigenen Preistabelle für Basic und Premium POS unterhalb von 200.000 € Jahresumsatz aber 1,79 %. Und SumUp beschreibt auf zwei deutschen Seiten unterschiedlich, welche Karten den Rabattsatz bekommen: Die Preisseite spricht von "inländischen" Karten, die Tarifseite von "EU-fremden" Ausnahmen, was für eine Karte aus Frankreich zu gegensätzlichen Ergebnissen führt.

Ein vierter Punkt ist kein Widerspruch, sondern eine Lücke, und er verzerrt jeden Vergleich um bis zu 19 %. Lightspeed, Gastronovi und Tillhub schreiben auf ihren Preisseiten nirgends, ob die genannten Beträge netto oder brutto gemeint sind. Bei Lightspeed steht neben 89 €, 159 € und 249 € kein Hinweis auf die Mehrwertsteuer, bei Gastronovi neben 69 € und 14 € ebenso wenig. SumUp, ready2order, orderbird und Flatpay weisen ihre Preise dagegen ausdrücklich als Nettobeträge aus. Für einen vorsteuerabzugsberechtigten Betrieb läuft die Steuer zwar durch, aber wer zwei Angebote nebeneinanderlegt, von denen eines netto und das andere möglicherweise brutto gerechnet ist, vergleicht Zahlen, die um fast ein Fünftel auseinanderliegen. Die Frage gehört deshalb in jedes Verkaufsgespräch, und die Antwort in den Auftrag.

Zwei weitere Punkte stehen nicht auf den Preisseiten, sondern in den AGB, und sie wiegen schwerer als jede Nachkommastelle. Flatpay bindet laut Paragraf 12.2 seiner Bedingungen 36 Monate, bevor überhaupt gekündigt werden kann, und berechnet laut Paragraf 10.2.1 in Monaten mit weniger als 2.000 € Umsatz je Terminal 50 € netto. Tillhub vereinbart laufende Preise laut Ziffer 8.5 nur für die ersten sechs Monate fest und kann sie danach anpassen. Wer nur die Preisseite liest, sieht bei beiden ein sehr günstiges Angebot.

Welches System zu welchem Betrieb passt

Eine Rangliste wäre hier unehrlich, weil die Anbieter unterschiedliche Betriebe optimal bedienen. Entscheidend sind drei Zahlen: dein Kartenumsatz, die Zahl deiner Kassen und wie sicher du dir bist, in drei Jahren noch dasselbe System zu wollen.

Für einen kleinen Betrieb mit einer Kasse und unter 10.000 € Kartenumsatz zählt der Fixkostenblock am meisten, weshalb die Anbieter ohne Grundgebühr dort strukturell vorne liegen. Ab etwa 15.000 € kippt das Gewicht zum Kartensatz, und ein halber Prozentpunkt schlägt jede Softwaregebühr. Für Mehrkassenbetriebe lohnt der Blick auf die Abrechnungseinheit: ready2order berechnet die TSE einmal je Betrieb statt je Kasse, während Software-Lizenzen bei allen je Gerät zählen.

Und wer sich nicht sicher ist, sollte die Laufzeit höher gewichten als den Preis. Der Unterschied zwischen einem Vertrag, der sich um einen Monat verlängert, und einem, der 36 Monate bindet oder sich um die volle Mindestlaufzeit erneuert, ist im Zweifel teurer als jede Ersparnis beim Satz. Was ein Wechsel konkret kostet, wenn man in dieser Lage steckt, rechnet unser Kassensystem-Kostenvergleich durch; die vollständigen Einzelanalysen zu den hier genannten Anbietern stehen in unseren Beiträgen zu orderbird und ready2order.

Häufige Fragen

Was kostet ein Kassensystem für die Gastronomie im Monat?

Die reine Software beginnt bei 0 € (SumUp Basis, Flatpay) und reicht bis 99,90 € (orderbird Paket S) oder 89 € (Lightspeed Basic). Entscheidend ist aber die Gesamtrechnung aus Software, TSE, Kartengebühr und Hardware: Bei 15.000 € Kartenumsatz im Monat liegen die berechenbaren Anbieter zwischen rund 209 € und 324 € netto. Bei drei Anbietern lässt sich die Rechnung nicht abschließen, weil sie keinen Kartensatz veröffentlichen.

Ist ein Kassensystem in der Gastronomie Pflicht?

Eine Registrierkasse ist in Deutschland nicht vorgeschrieben, eine offene Ladenkasse bleibt zulässig. Wer aber ein elektronisches Aufzeichnungssystem einsetzt, muss es seit 2020 mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) betreiben, Belege ausgeben und das System dem Finanzamt melden. Die Pflicht hängt also nicht am Kassensystem selbst, sondern daran, dass ein elektronisches System benutzt wird.

Welche Kassensysteme sind erlaubt?

Erlaubt ist jedes elektronische Aufzeichnungssystem mit einer zertifizierten TSE, das die Anforderungen der Kassensicherungsverordnung erfüllt und einen DSFinV-K-Export für Kasseneinzelbewegungen, Stammdaten und Kassenabschlüsse liefern kann. Alle sieben hier geprüften Anbieter werben mit TSE-Konformität. Unterschiede gibt es beim Preis der TSE und bei der Frage, wie gut der DSFinV-K-Export dokumentiert ist.

Gibt es ein Kassensystem für die Gastronomie ohne monatliche Kosten?

Ja, zwei der geprüften Anbieter verlangen keine monatliche Softwaregebühr: SumUp im Basistarif und Flatpay, das die Softwarekosten laut eigenen AGB in den Transaktionspreis einrechnet. Kostenlos ist damit die Software, nicht die Kartenzahlung. Bei Flatpay gilt zusätzlich eine Mindestumsatzregel von 50 € im Monat je Terminal, wenn der Umsatz darüber unter 2.000 € liegt.

Wie verhandle ich einen besseren Kartensatz?

Mit der eigenen Abrechnung und einem konkurrierenden Angebot. Bring drei Zahlen mit: monatlicher Kartenumsatz, Durchschnittsbon und dein heutiger effektiver Gesamtsatz, also Gebühren geteilt durch Kartenumsatz. Frag dann nach einem schriftlichen Angebot mit Satz je Kartenart und lass es gegen ein zweites laufen. Mehrere Anbieter veröffentlichen ihre Volumenstaffeln selbst, was zeigt, dass der Listenpreis verhandelbar ist.

Was kostet die TSE zusätzlich?

Das unterscheidet sich deutlich. Bei SumUp, orderbird und Flatpay ist die TSE im Paketpreis enthalten. ready2order berechnet 15,90 € im Monat, allerdings einmal je Betrieb und nicht je Kasse. Gastronovi verlangt 14 € im Monat inklusive 10.000 Transaktionen. Lightspeed veröffentlicht keinen TSE-Preis, und Tillhub macht dazu auf zwei eigenen Seiten unterschiedliche Angaben.

Quellen

  1. SumUp - Preise (Deutschland)Umsatzbasiertes Zahlen 1,39 % ohne Grundgebühr, Zahlungen Plus 19 € im Monat mit 0,79 % für inländische EC- und Kreditkarten, Kassensystem Plus 39 € zzgl. MwSt.; Hinweis auf einen individuellen Tarif ab 10.000 € Monatsumsatz mit "maßgeschneiderten Gebühren und flexiblen Konditionen". Geprüft am 12. August 2026.
  2. orderbird - Preise für Dein Gastronomie KassensystemPaket S 99,90 €, Paket M 139,90 €, Paket L 169,90 € pro Monat zzgl. MwSt. bei 12-monatiger Laufzeit, jeweils nur bei gleichzeitig gebuchter orderbird-Kartenzahlung; ohne Kartenzahlung 119,90 / 159,90 / 199,90 €. TSE in allen Paketen enthalten. Geprüft am 12. August 2026.
  3. orderbird - Allgemeine GeschäftsbedingungenZiffer 8 a) - Vertragsdauer wahlweise ein Monat, ein Jahr, drei Jahre oder zehn Jahre (Lifetime); automatische Verlängerung um den vereinbarten Nutzungszeitraum bei einem Monat Kündigungsfrist; die Lifetime-Lizenz verlängert sich abweichend nur um je einen Monat. Geprüft am 12. August 2026.
  4. ready2order - Preise (Deutschland)Kassensystem-Abo 35,90 € und TSE-Paket 15,90 € monatlich bei jährlicher Vorauszahlung, alle Preise exkl. MwSt.; TSE-Paket ausdrücklich "für alle Nutzer", Kassen-Abo "pro Kassengerät"; readyPay 1,23 % ohne Grundgebühr. Geprüft am 12. August 2026.
  5. Lightspeed - Preise des KassensystemsBasic 89 €, Core 159 €, Pro 249 € im Monat, jede weitere Lizenz 49 €. Die Seite weist nicht aus, ob die Preise netto oder brutto gelten, nennt keinen Transaktionssatz für Lightspeed Payments und keinen TSE-Preis. Geprüft am 12. August 2026.
  6. Lightspeed - ServicevertragParagraf 4.2 - der Vertrag verlängert sich automatisch um die Dauer der Mindestlaufzeit; Kündigung mit einer Frist von mindestens neunzig Tagen vor Ende der aktuellen Laufzeit, sofern diese länger als neunzig Tage ist. Geprüft am 12. August 2026.
  7. Gastronovi - PreisübersichtKassensystem 69 € für die erste Lizenz, 59 € für die zweite bis fünfte, 49 € ab der sechsten; Cloud-TSE 14 € im Monat inklusive 10.000 Transaktionen; Gastronovi Pay gestaffelt nach Umsatz von 0,70 % bis 0,50 % zuzüglich 10 bis 6 Cent je Transaktion nach Stückzahl; Mindestvertragslaufzeit drei Monate bei Monatstarifen, danach monatlich kündbar mit einem Monat Vorlauf. Geprüft am 12. August 2026.
  8. Tillhub - PreiseEinzige statisch veröffentlichte Angabe: "Basiskassen ab 29,80€ / Monat inklusive TSE". Gastronomiespezifische Preise nur über einen JavaScript-Rechner oder eine Beratung. Keine Angabe zu netto oder brutto, kein Kartensatz. Geprüft am 12. August 2026.
  9. Tillhub - TSE-KasseWiderspricht der Preisseite: "Die Kosten für die TSE für Deine Tillhub Kasse liegen jährlich bei einem Festpreis von nur 119 €", für Nachrüstungen 139 €. Geprüft am 12. August 2026.
  10. Tillhub - Allgemeine Geschäftsbedingungen (Stand 22. Mai 2022)Ziffer 10.1 und 10.2 - Vertragslaufzeit ein Jahr, automatische Verlängerung um jeweils ein Jahr bei 30 Tagen Kündigungsfrist; Ziffer 8.5 - laufende Preise sind nur für die ersten sechs Monate fest vereinbart und können danach angepasst werden. Geprüft am 12. August 2026.
  11. Flatpay - Preise (Deutschland)Zahlungsterminal 1,39 % bei bis zu 200.000 € Jahresumsatz und 0,99 % darüber, Bereitstellung 0 €; Basic POS und Premium POS 1,79 % beziehungsweise 0,99 % bei einmalig 1.999 € und 2.999 € Bereitstellungspreis; Angabe "Pro Transaktion – unabhängig vom Kartentyp". Geprüft am 12. August 2026.
  12. Flatpay - Kassensystem GastronomieWirbt mit einer Transaktionsgebühr von "maximal 1,69 %", was der eigenen Preistabelle widerspricht, die für Basic und Premium POS unterhalb von 200.000 € Jahresumsatz 1,79 % ausweist. Geprüft am 12. August 2026.
  13. Flatpay - Allgemeine GeschäftsbedingungenParagraf 12.2 - anfängliche Kündigungssperrfrist von 36 Monaten ab Annahme des Angebots; Paragraf 10.2.1 - 50 € netto je Monat und Terminal, wenn der Umsatz darüber unter 2.000 € liegt; Paragraf 10.1 - alle Preise exklusive Mehrwertsteuer und Softwarekosten im Transaktionspreis enthalten. Geprüft am 12. August 2026.
  14. BZSt - Digitale Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme (DSFinV-K)Rechtsgrundlage Paragraf 146a AO und Paragraf 4 KassenSichV; Pflichtexporte für Kasseneinzelbewegungen, Stammdaten und Kassenabschlüsse.
  15. Finanzamt NRW - Mitteilungspflicht für elektronische AufzeichnungssystemeRechtsgrundlage Paragraf 146a Abs. 4 AO in Verbindung mit Paragrafen 1, 10 KassenSichV; Meldung ausschließlich über Mein ELSTER oder die ERiC-Schnittstelle.

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