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ready2order Kosten 2026: Was die Preisseite nicht zeigt

ready2order kostet laut Preisseite 35,90 € netto im Monat pro Kassengerät, dazu 15,90 € für die TSE und 1,23 % pro Kartenzahlung. Der angezeigte Monatspreis ist allerdings der Jahrespreis geteilt durch zwölf, und die Seite verrät selbst, dass die echte Monatslizenz teurer ist.

Alex Riesenkampff

Alex Riesenkampff

12. August 2026 · 15 Min. Lesezeit · Markdown

ready2order kostet laut eigener Preisseite 35,90 € netto im Monat pro Kassengerät, dazu 15,90 € netto für das TSE-Paket und 1,23 % pro Kartenzahlung. Der angezeigte Monatspreis ist allerdings rechnerisch exakt der Jahrespreis geteilt durch zwölf, und dieselbe Seite wirbt gleichzeitig mit einer Ersparnis von mindestens 132 € gegenüber zwölf einzelnen Monatslizenzen: Daraus folgt eine echte Monatslizenz von mindestens 46,90 €, rund 31 % über dem Preis, den die Seite zeigt. Wer monatlich zahlen will, findet diese Zahl im Seitentext nicht.

Dieser Beitrag rechnet die tatsächlichen Monatskosten für einen deutschen Gastronomiebetrieb bei realistischen Umsätzen durch, auf Basis der von ready2order veröffentlichten Preise, geprüft am 12. August 2026. Er behandelt außerdem die beiden Positionen, die in jedem Monatspreisvergleich verschwinden: die separat berechnete TSE und die automatische Vertragsverlängerung um die volle ursprüngliche Laufzeit. Super44 verkauft und vermittelt keine Kassensysteme.

Was ready2order laut Preisseite kostet

ready2order verkauft ein Basis-Abo und rechnet alles Weitere als eigene Position ab. Das Kassensystem-Abo kostet 35,90 € netto im Monat und gilt ausdrücklich pro Kassengerät, das TSE-Paket kostet 15,90 € netto und gilt für alle Geräte eines Kontos, und das für die Gastronomie relevante Gastro-Paket kostet weitere 23,90 € netto. Sämtliche Preise auf der deutschen Preisseite sind mit dem Hinweis "Alle Preise exkl. MwSt." als Nettopreise gekennzeichnet, was den Vergleich mit brutto ausgezeichneten Anbietern verzerrt, wenn man ihn nicht umrechnet.

ready2order Deutschland, veröffentlichte Positionen bei jährlicher Vorauszahlung, alle Beträge netto, geprüft am 12. August 2026
Kassensystem-Abo35,90 €430,80 €pro Kassengerät
TSE-Paket15,90 €190,80 €für alle Nutzer
Gastro-Paket23,90 €286,80 €nicht ausgewiesen
Kassenbuch13,90 €166,80 €nicht ausgewiesen
Digitaler Beleg7,90 €94,80 €nicht ausgewiesen
Kassen-Aktivierungsgebühreinmalig99,00 €nicht ausgewiesen
Online-Schulung Kompakteinmalig199,00 €einmalig
Online-Einrichtung Kompletteinmalig349,00 €für 1 bis 2 Geräte
Quelle: ready2order Preisseite Deutschland, geprüft am 12. August 2026. Die Monatsbeträge entsprechen exakt dem jeweiligen Jahrespreis geteilt durch zwölf und gelten bei jährlicher Vorauszahlung. Bei Gastro-Paket, Kassenbuch, Digitalem Beleg und Aktivierungsgebühr weist die Seite nicht aus, ob je Gerät oder je Betrieb abgerechnet wird.

Für einen wachsenden Betrieb ist die Abrechnungseinheit wichtiger als der Einstiegspreis. "Pro Kassengerät" heißt, dass die zweite Kasse im Biergarten oder das mobile Gerät für den Außenbereich den vollen Abo-Preis noch einmal kostet, während die TSE als einmalige Position bestehen bleibt. Ein Café, das im Sommer eine zweite Station aufmacht, zahlt also 35,90 € netto zusätzlich pro Monat, nicht anteilig und nicht saisonal. Ob sich ein Gerät für die Wintermonate abmelden lässt, steht nicht auf der Preisseite und gehört zu den Fragen, die vor der Unterschrift zu klären sind, weil sie bei saisonalem Geschäft über mehrere hundert Euro im Jahr entscheidet.

Die Spalte ganz rechts ist die, die bei mehreren Kassen über die Rechnung entscheidet, und sie ist unvollständig ausgefüllt. Beim Kassensystem-Abo steht "pro Kassengerät", beim TSE-Paket "für alle Nutzer". Bei Gastro-Paket, Kassenbuch, Digitalem Beleg und der Aktivierungsgebühr steht keine der beiden Angaben. Für einen Betrieb mit einer Kasse ist das egal, für ein Restaurant mit drei Terminals entscheidet es über einen dreistelligen Monatsbetrag, und es ist vor der Unterschrift zu klären.

Der Monatspreis, den die Seite selbst widerlegt

Hier lohnt sich ein genauer Blick auf zwei Zahlen, die nebeneinander auf derselben Seite stehen. Der Jahrespreis für das Kassensystem-Abo beträgt 430,80 €, der angezeigte Monatspreis 35,90 €, und 430,80 geteilt durch zwölf ergibt exakt 35,90: Der angezeigte "Monatspreis" ist also der Jahrespreis, umgelegt, und nicht der Preis einer Monatslizenz. Dass dieselbe Seite mit einer Ersparnis von mindestens 132 € gegenüber "12 einzelnen Monatslizenzen" wirbt, beweist, dass eine teurere Monatslizenz existiert.

Die Rechnung dazu ist einfach und lässt sich vollständig aus ready2orders eigenen Angaben führen. Unter der Preistabelle steht wörtlich: "Mit dem Jahresabo sparst Du im Vergleich zu 12 einzelnen Monatslizenzen mind. 132 €." Wenn zwölf Monatslizenzen mindestens 132 € mehr kosten als die 430,80 € des Jahresabos, kosten sie zusammen mindestens 562,80 €. Geteilt durch zwölf sind das mindestens 46,90 € im Monat, also 11,00 € oder rund 31 % über dem Betrag, den die Preisseite anzeigt.

Kassensystem-Abo: was die Seite zeigt und was ihre eigene Ersparnis-Angabe impliziert
angezeigter Monatspreis35.9rechnerisch implizierte Monatslizenz46.9
Eigene Berechnung aus zwei Angaben derselben Seite: Jahrespreis 430,80 € netto und beworbene Ersparnis von mindestens 132 € gegenüber zwölf einzelnen Monatslizenzen. 430,80 plus 132 ergibt 562,80 für zwölf Monate, also mindestens 46,90 € im Monat. ready2order nennt diesen Betrag im statischen Seitentext nicht; er wird erst über einen Umschalter nachgeladen.

Warum das nicht nur ein Detail ist: Ein Betrieb, der die Bindung an ein Jahr bewusst vermeiden will, trifft diese Entscheidung ohne den Preis zu kennen, den sie kostet. Und weil der Monatspreis erst nach einem Klick auf einen Umschalter erscheint, sehen ihn auch Suchmaschinen und KI-Assistenten nicht, die Preisseiten auswerten, ohne sie zu bedienen. Wer eine Vergleichsübersicht liest, in der bei ready2order 35,90 € steht, liest eine Zahl, die für Monatszahler nicht gilt.

Dass praktisch jeder Vergleich die 35,90 € übernimmt, hat einen technischen Grund, den man kennen sollte, wenn man Preisangaben prüft. Die Zahl steht auf der Seite gar nicht als Text: Sie ist in zwei getrennte Elemente zerlegt, eines mit der Zahl vor dem Komma und eines mit den Nachkommastellen. Wer die Seite nach "35,90" durchsucht, findet nichts, und wer sie automatisiert ausliest, bekommt je nach Methode ein anderes Ergebnis. Der Jahrespreis dagegen steht direkt darunter als vollständiger Text.

Fairerweise gehört dazu: Ein Rabatt für Vorauszahlung ist völlig üblich und wirtschaftlich nachvollziehbar. Der Kritikpunkt ist nicht der Aufschlag, sondern dass nur eine der beiden Zahlen sichtbar ist, und zwar die niedrigere. Wie sich dieselbe Frage bei anderen Anbietern stellt, zeigt unser Vergleich der Kassensystem-Kosten.

Die TSE ist eine eigene Position, aber günstiger als erwartet

Bei den gesetzlichen Pflichtkosten rechnet ready2order getrennt ab, und das Ergebnis fällt zweischneidig aus. Das TSE-Paket kostet 190,80 € netto im Jahr und damit 572,40 € netto über drei Jahre, ist also eine vollwertige eigene Kostenposition, die in jedem Vergleich reiner Softwarepreise unsichtbar bleibt. Über fünf Jahre sind es 954,00 € netto, gut 1.135 € brutto. Zum Vergleich: Eine gekaufte Hardware-TSE kostet bei Epson 233,58 € netto und trägt ein Zertifikat über 60 Monate, deckt damit denselben Zeitraum ab. Für eine einzelne Kasse ist der Kauf also klar günstiger.

Bei mehreren Kassen dreht sich das Bild, und zwar wegen der Abrechnungseinheit. Eine Hardware-TSE steckt in genau einem Gerät, ready2orders Paket gilt dagegen für alle Geräte eines Kontos. Rechnerisch kippt der Vergleich ab der fünften Kasse: Vier Hardware-Module kosten 934,32 € über fünf Jahre und liegen damit noch unter den 954,00 € des Abos, fünf Module kosten 1.167,90 € und liegen darüber. Für einen Betrieb mit Theke, Terminal im Außenbereich und zwei mobilen Geräten ist die Cloud-Variante damit nicht die teure, sondern die günstige.

Dazu kommen Gründe, die nicht auf der Rechnung stehen. Ein gekauftes Modul ist ein physisches Teil, das ausfallen, verloren gehen oder gestohlen werden kann, und am Ende der Zertifikatslaufzeit muss es getauscht werden. Beim Cloud-Abo entfallen Anschaffung, Einbau und dieser Tausch, und die Kosten verteilen sich gleichmäßig statt in einem Block am Anfang. Der Preis ist also nur eine von mehreren Achsen; welches Modell besser passt, hängt genauso an der Zahl der Geräte und daran, wer den Ausfall eines Bauteils tragen soll.

Die gute Nachricht steht in der Abrechnungseinheit. ready2order schreibt im eigenen Support-Center: "Dieses Abonnement erlaubt Dir die unbegrenzte Signatur von Belegen für all Deine Geräte." Die TSE wird also einmal je Konto berechnet, nicht je Kasse, und die Preisseite kennzeichnet die Position entsprechend mit "für alle Nutzer". Für einen Einzelkassenbetrieb ist das irrelevant, für ein Restaurant mit mehreren Terminals ist es ein echter struktureller Vorteil gegenüber Anbietern, die je Gerät abrechnen.

Softwarekosten pro Monat nach Zahl der Kassengeräte, netto, ohne Gastro-Paket
135,90 €15,90 €51,80 €30,7 %
271,80 €15,90 €87,70 €18,1 %
3107,70 €15,90 €123,60 €12,9 %
5179,50 €15,90 €195,40 €8,1 %
Eigene Berechnung aus den veröffentlichten Nettopreisen: Kassensystem-Abo pro Kassengerät, TSE-Paket einmal für alle Nutzer. Bei jährlicher Vorauszahlung. Für einen Einzelkassenbetrieb macht die TSE fast ein Drittel der Softwarekosten aus, bei fünf Kassen nur noch ein Zwölftel.

Zwei weitere Punkte sprechen für die Umsetzung. Eine einmalige Installationsgebühr fällt laut ready2order nicht an, und zusätzliche Hardware ist nicht nötig, weil die TSE als Cloud-Lösung läuft. Und die Kassenmeldepflicht wird bei der TSE-Aktivierung automatisch miterledigt, was eine echte Erleichterung ist, weil diese Meldung sonst separat über Mein ELSTER zu erfolgen hat. Wer sie für ein Altsystem noch nachholen muss, findet den Ablauf in unserem Beitrag zur Kassenmeldepflicht.

Dass die 15,90 € eine spezifisch deutsche Position sind, lässt sich am eigenen Angebot des Anbieters ablesen: Die österreichische Preisseite führt kein TSE-Paket, sondern die dortigen RKSV-Positionen Signaturpflicht-Zertifikat, Jahresbelegprüfung und Kassenanmeldung. Wer ein österreichisches Angebot oder einen österreichischen Vergleich liest, rechnet mit den falschen Pflichtkosten.

Was ready2order bei deinem Umsatz wirklich kostet

Für die Gesamtrechnung zählen vier Schichten: Software, TSE, Kartengebühr und die auf die Nutzungsdauer verteilte Hardware. Ein Café mit einer Kasse, Gastro-Paket, einem readyGo 2 und 5.000 € Kartenumsatz im Monat zahlt rund 150,76 € netto, also effektiv 3,02 % des Kartenumsatzes; bei 15.000 € sind es 273,76 € oder 1,83 %, bei 40.000 € 581,26 € oder 1,45 %. Der Fixkostenblock ist bei kleinen Betrieben der dominierende Teil, nicht die Kartengebühr.

Monatliche Gesamtkosten und effektiver Satz, eine Kasse mit Gastro-Paket, netto, Hardware auf 36 Monate verteilt
5.000 €89,26 €61,50 €150,76 €3,02 %
10.000 €89,26 €123,00 €212,26 €2,12 %
15.000 €89,26 €184,50 €273,76 €1,83 %
25.000 €89,26 €307,50 €396,76 €1,59 %
40.000 €89,26 €492,00 €581,26 €1,45 %
Eigene Berechnung aus den veröffentlichten Nettopreisen: Kassensystem-Abo 35,90 € plus TSE-Paket 15,90 € plus Gastro-Paket 23,90 €, dazu readyGo 2 für 389 € und die Aktivierungsgebühr von 99 €, gemeinsam auf 36 Monate verteilt. Bei jährlicher Vorauszahlung. Ein anderes Endgerät verschiebt den Fixblock: mit readyTab (649 €) liegt der effektive Satz bei 15.000 € Umsatz bei 1,87 %, mit readyMax 2 (1.199 €) bei 1,98 %.

Die Spalte "effektiv" ist die einzige, die sich mit anderen Anbietern vergleichen lässt, und sie zeigt, warum ein Vergleich reiner Kartengebühren in die Irre führt. Die 1,23 % von readyPay sind für den deutschen Markt niedrig; der effektive Satz liegt bei einem kleinen Betrieb trotzdem bei über 3 %, weil die 89,26 € Fixkosten bei 5.000 € Umsatz eben 1,79 Prozentpunkte ausmachen. Die Anbieterwahl entscheidet sich für kleine Betriebe an den Fixkosten, für große an der Rate.

Was ready2order deinen Betrieb im Monat kostet

Fixkosten pro Monat (netto)
89
Gesamtkosten pro Monat (netto)
274
Effektiver Satz auf den Kartenumsatz
2 %

Basiert auf den von ready2order veröffentlichten Nettopreisen bei jährlicher Vorauszahlung, geprüft am 12. August 2026. Das Kassensystem-Abo und das Gastro-Paket sind hier je Gerät gerechnet, das TSE-Paket einmal je Betrieb; ob das Gastro-Paket tatsächlich je Gerät abgerechnet wird, weist ready2order nicht aus und ist vor Vertragsschluss zu klären. Hardware und Aktivierungsgebühr werden auf 36 Monate verteilt. Bei monatlicher Zahlung liegen die Abo-Kosten höher.

Die Kartengebühr ist die transparenteste Position

Bei readyPay macht es ready2order kurz, und das ist als Kompliment gemeint. readyPay kostet pauschal 1,23 % pro Zahlungsvorgang, ohne Grundgebühr und ohne Mindestumsatz, und es wird keine Unterscheidung nach Kartenart veröffentlicht: Girocard, Visa, Mastercard und American Express liegen auf demselben Satz. Das eigene Rechenbeispiel des Anbieters weist bei 123 € Umsatz genau 1,51 € Gebühr aus, was reine Prozentrechnung ohne festen Cent-Anteil ist.

Diese Struktur ist für die Gastronomie günstig, und zwar aus zwei Gründen. Eine feste Gebühr je Transaktion entspricht rechnerisch dem Betrag geteilt durch den Durchschnittsbon und trifft deshalb kleine Bons am härtesten: 8 Cent sind bei einem 3,50-€-Kaffee 2,29 %, bei einem 32-€-Abendessen 0,25 %. Und ein einheitlicher Satz über alle Kartenarten nimmt das Risiko aus dem Kartenmix, das andere Anbieter über Ausschlüsse für Firmen-, Premium- oder Auslandskarten an den Betrieb zurückgeben. Wie stark solche Ausschlüsse wirken, zeigt unser Beitrag zu den SumUp Kosten. Am anderen Ende der Skala steht orderbird: Unsere Analyse der orderbird Kosten kommt bei dessen gebündelter Kartenzahlung auf gar keinen nachrechenbaren Satz, weil der Anbieter ihn an keiner Stelle veröffentlicht.

Zwei Punkte, die die Preisseite nicht beantwortet, gehören trotzdem dazu. Ob die 1,23 % netto oder brutto zu verstehen sind, wird nirgends ausgewiesen. Und die Abwicklung läuft über den österreichischen Dienstleister hobex, weshalb deutsche Betriebe für die Anmeldung eine USt-IdNr. brauchen und die Auszahlung zwei bis drei Bankarbeitstage dauert. Das ist kein Nachteil, aber ein Liquiditätsfaktor, der beim Vergleich mit einem Anbieter mit Auszahlung am nächsten Tag mitzurechnen ist: Bei 15.000 € Monatsumsatz liegen dauerhaft rund 1.000 bis 1.500 € unterwegs, die bei einem Anbieter mit Auszahlung am Folgetag schon auf dem Konto wären.

Ein dritter Punkt betrifft Bestandskunden und steht nur im Support-Center. ready2order verweist dort auf eine Gebührenanpassung aus dem März 2024 und darauf, dass Kunden mit älteren Verträgen den neueren Satz aktiv anfragen müssen. Wer also seit mehreren Jahren über readyPay abrechnet, zahlt möglicherweise nicht die 1,23 %, die auf der Website stehen, sondern die Kondition seines damaligen Vertrags. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen ein Anruf beim Anbieter unmittelbar Geld sparen kann, und sie kostet nichts außer der Frage: Welchen Satz habe ich aktuell, und ist das der aktuelle Tarif?

Die Klausel, die aus zwölf Monaten vierundzwanzig macht

Der Vertrag ist die Stelle, an der ready2order am wenigsten flexibel ist, und die Formulierung ist eindeutig. Die AGB legen fest, dass Verträge auf zwölf Monate befristet geschlossen werden, mit einer Kündigungsfrist von einem Monat zum Laufzeitende, und sich bei versäumter Kündigung "automatisch um die ursprüngliche Vertragsdauer" verlängern, also um weitere zwölf Monate und nicht monatsweise. Wer die Frist verpasst, verlängert nicht um einen Monat, sondern um ein Jahr. Anzurechnen ist ready2order dabei, dass die Preisseite selbst darauf hinweist und die Klausel nicht allein in den AGB versteckt: Direkt unter der Preistabelle steht "Dein Jahresabo verlängert sich jeweils automatisch um ein weiteres Jahr".

Was das kostet, lässt sich beziffern. Ein Betrieb mit einer Kasse, Gastro-Paket und TSE zahlt 75,70 € netto im Monat, über zwölf Monate also 908,40 € netto oder 1.081,00 € brutto. Genau dieser Betrag läuft ein zweites Mal, wenn die Kündigung einen Tag zu spät kommt. Das Kündigungsfenster ist damit ein Termin, der in den Kalender gehört, nicht in die Ablage, und zwar mit einer Erinnerung zwei Monate vorher statt einer im Monat der Verlängerung.

Zwei praktische Details dazu. Kündigungen sind laut Support nur über die Verwaltungsoberfläche oder schriftlich von der im Konto hinterlegten E-Mail-Adresse möglich, telefonisch ausdrücklich nicht. Und Monatsabos sind davon ausgenommen: Sie sind laut Support jederzeit kündbar, was sie teurer, aber deutlich beweglicher macht, und was noch einmal darauf zurückführt, dass der Preis dieser Beweglichkeit auf der Preisseite nicht steht.

Erwähnenswert ist auch, wo diese AGB liegen. Es gibt keine deutsche AGB-Adresse; das maßgebliche Dokument liegt unter einer österreichischen URL und regelt den deutschen Markt über einen Anhang. Rechtlich ist das unproblematisch, praktisch heißt es, dass ein deutscher Betrieb seine Vertragsbedingungen an einer Stelle sucht, an der er sie nicht vermutet.

Was du vor der Unterschrift klären solltest

Der Einstieg bei ready2order ist mit Einmalkosten verbunden, die im Monatspreis nicht auftauchen. Aktivierungsgebühr, Kompaktschulung und komplette Online-Einrichtung summieren sich auf 647 € netto, bevor die erste Hardware gekauft ist; mit einem readyGo 2 sind es 1.036 € netto, mit einem readyTab 1.296 €. Die Einrichtung ist dabei ausdrücklich für ein bis zwei Kassengeräte kalkuliert, für mehr Geräte nennt die Seite keinen Preis.

Vor der Unterschrift schriftlich klären

  • Monatspreis in ZahlenWas kostet die Monatslizenz je Position ohne Jahresvorauszahlung? Die Preisseite zeigt nur den umgelegten Jahrespreis.
  • Abrechnungseinheit je PositionGastro-Paket, Kassenbuch, Digitaler Beleg und Aktivierungsgebühr: je Kassengerät oder je Betrieb? Auf der Preisseite nicht ausgewiesen.
  • Laufzeit und VerlängerungZwölf Monate mit einem Monat Kündigungsfrist, Verlängerung um die volle ursprüngliche Dauer. Das späteste Kündigungsdatum in den Kalender eintragen.
  • TSE über die volle Laufzeit190,80 € netto im Jahr, 572,40 € über drei Jahre. Gilt für alle Geräte, nicht je Kasse, was bei mehreren Terminals ein Vorteil ist.
  • DSFinV-K-ExportSchriftliche Zusage, dass ein vollständiger DSFinV-K-Export für Einzelbewegungen, Stammdaten und Abschlüsse verfügbar ist, auch nach Vertragsende.
  • Netto oder brutto bei readyPayOb die 1,23 % netto oder brutto zu verstehen sind, weist die Seite nicht aus. Vor dem Vergleich mit anderen Anbietern klären.
  • AuszahlungsdauerZwei bis drei Bankarbeitstage über hobex. Gegen Anbieter mit Auszahlung am Folgetag ist das ein realer Liquiditätsunterschied.

Jeder Punkt gehört in den Auftrag oder in eine schriftliche Bestätigung. Eine Zusage im Verkaufsgespräch ist kein Vertragsbestandteil.

Unterm Strich ist ready2order bei der Kartengebühr und bei der TSE-Abrechnung transparenter und günstiger als der Markt, und bei Monatspreis und Laufzeit intransparenter. Beides gehört in dieselbe Rechnung. Wenn du die Fixkosten kennst, ist die nächste Frage ohnehin die nach dem Deckungsbeitrag, den sie tragen müssen, und dafür ist unser Rechner für die Speisekartenkalkulation der bessere Ausgangspunkt als jeder Anbietervergleich.

Häufige Fragen

Was kostet ready2order im Monat?

Die Preisseite nennt 35,90 € netto pro Kassengerät für das Kassensystem-Abo, 15,90 € netto für das TSE-Paket und 23,90 € netto für das Gastro-Paket. Diese Beträge entsprechen jeweils exakt dem Jahrespreis geteilt durch zwölf und gelten damit bei jährlicher Vorauszahlung. Wer monatlich zahlt, zahlt mehr; wie viel genau, steht nicht im Seitentext.

Warum stimmt der angezeigte Monatspreis nicht?

Weil er der Jahrespreis geteilt durch zwölf ist. 430,80 € Jahrespreis ergeben rechnerisch genau die angezeigten 35,90 €. Dieselbe Seite wirbt aber damit, dass das Jahresabo mindestens 132 € gegenüber zwölf einzelnen Monatslizenzen spart. Zwölf Monatslizenzen kosten demnach mindestens 562,80 €, also mindestens 46,90 € im Monat. Diese Zahl wird durch einen JavaScript-Umschalter nachgeladen und ist im statischen Seitentext nicht enthalten.

Kostet die TSE bei ready2order extra?

Ja. Das TSE-Paket ist eine eigene Position mit 15,90 € netto im Monat beziehungsweise 190,80 € netto im Jahr, getrennt vom Kassensystem-Abo. Über drei Jahre sind das 572,40 € netto. Eine einmalige Installationsgebühr fällt laut ready2order nicht an, zusätzliche Hardware ist nicht nötig, und die Anmeldung beim Finanzamt erfolgt bei der TSE-Aktivierung automatisch mit.

Gilt das TSE-Paket pro Kasse oder pro Betrieb?

Pro Betrieb. ready2order schreibt, das Abonnement erlaube die unbegrenzte Signatur von Belegen für alle Geräte, und kennzeichnet die Position auf der Preisseite mit "für alle Nutzer", während das Kassensystem-Abo ausdrücklich "pro Kassengerät" gilt. Ein Restaurant mit drei Kassen zahlt die TSE also einmal und das Kassen-Abo dreimal.

Wie lange bin ich bei ready2order gebunden?

Verträge werden laut AGB auf zwölf Monate befristet geschlossen, sofern nichts anderes vereinbart ist, mit einer Kündigungsfrist von einem Monat zum Ende der Laufzeit. Wird nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert sich der Vertrag automatisch um die ursprüngliche Vertragsdauer, also um weitere zwölf Monate und nicht monatsweise. Monatsabos sind laut Support jederzeit kündbar.

Was kostet die Kartenzahlung über readyPay?

1,23 % pro Zahlungsvorgang, ohne Grundgebühr und ohne Mindestumsatz. Eine feste Cent-Gebühr gibt es nicht; das eigene Rechenbeispiel von ready2order weist bei 123 € Umsatz genau 1,51 € Gebühr aus. Eine Unterscheidung nach Kartenart wird nicht veröffentlicht, Girocard, Visa, Mastercard und American Express liegen auf demselben Satz. Die Abwicklung läuft über den österreichischen Dienstleister hobex, die Auszahlung dauert zwei bis drei Bankarbeitstage.

Quellen

  1. ready2order - Preise (Deutschland)Kassensystem-Abo 35,90 € monatlich bzw. 430,80 € pro Jahr bei jährlicher Vorauszahlung, pro Kassengerät; TSE-Paket 15,90 € bzw. 190,80 € pro Jahr, für alle Nutzer; Gastro-Paket 23,90 €; Kassenbuch 13,90 €; Digitaler Beleg 7,90 €; Aktivierungsgebühr 99 €, Online-Schulung 199 €, Online-Einrichtung 349 € für ein bis zwei Kassengeräte; Hinweis "Alle Preise exkl. MwSt."; Werbeaussage einer Ersparnis von mindestens 132 € beim Jahresabo gegenüber zwölf einzelnen Monatslizenzen. Geprüft am 12. August 2026.
  2. ready2order - KassenhardwarereadyMini 279 €, readyGo 2 389 €, readyTab 649 €, readyMax 2 inkl. Display 1.199 €, Epson TM-m30II Bondrucker 269 €, kleine Kassenlade 79 €, 2D-Barcode-Scanner 89,90 €, readyTab Station 199 €; jeweils einmaliger Kauf, keine Miete. Geprüft am 12. August 2026.
  3. ready2order - Kartenzahlung (readyPay)1,23 % Transaktionsgebühr pro Zahlungsvorgang, ohne Grundgebühr und ohne Mindestumsatz; Rechenbeispiel 123 € Umsatz ergibt 1,51 € Gebühr und 121,49 € Auszahlung; keine veröffentlichte Unterscheidung nach Kartenart zwischen Maestro, V-Pay, Mastercard, Visa, American Express, Apple Pay und Google Pay. Geprüft am 12. August 2026.
  4. ready2order Support - Die Kassensicherungsverordnung in DeutschlandTSE-Abonnement erlaubt die unbegrenzte Signatur von Belegen für alle Geräte; keine einmalige Installationsgebühr und keine zusätzliche Hardware nötig; Preis ausdrücklich exkl. USt.; die Anmeldung beim Finanzamt wird bei der TSE-Aktivierung in der Verwaltungsoberfläche automatisch miterledigt. Geprüft am 12. August 2026.
  5. ready2order - Allgemeine Geschäftsbedingungen (März 2026)Paragraph 10 - Verträge gelten auf zwölf Monate befristet, sofern nicht individuell anders vereinbart; Kündigungsfrist von einem Monat zum Ende der Vertragslaufzeit; automatische Verlängerung um die ursprüngliche Vertragsdauer. Das Dokument liegt unter einer österreichischen URL und regelt den deutschen Markt über den Anhang 1b. Geprüft am 12. August 2026.
  6. ready2order Support - Wie kann ich meine Lizenz kündigenAlle Abonnements verlängern sich automatisch; Jahresabos bis einen Monat vor Verlängerung kündbar, Monatsabos jederzeit; Kündigung nur über die Verwaltungsoberfläche oder schriftlich von der hinterlegten E-Mail-Adresse, telefonisch nicht möglich. Geprüft am 12. August 2026.
  7. ready2order - Preise (Österreich)Vergleichsbeleg für die Marktabgrenzung - die österreichische Preisseite führt kein TSE-Paket, sondern RKSV-Positionen (Signaturpflicht-Zertifikat 144 € im Jahr, Jahresbelegprüfung 70 € im Jahr, Kassenanmeldung 69 € einmalig, exkl. MwSt.). Die 15,90 € für die TSE sind damit eine deutsche Position. Geprüft am 12. August 2026.
  8. Epson - Fiskallösungen und zertifizierte TSEHerstellerpreise für die Hardware-TSE - MicroSD-TSE 233,58 EUR UVP netto, USB-TSE 244,80 EUR UVP netto, jeweils mit 60 Monaten Zertifikatslaufzeit. Grundlage für den Vergleich des ready2order-Cloud-Abos mit einer gekauften Hardware-TSE über dieselbe Laufzeit. Geprüft am 12. August 2026.
  9. BZSt - Digitale Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme (DSFinV-K)Rechtsgrundlage Paragraph 146a AO und Paragraph 4 KassenSichV; Pflichtexporte für Kasseneinzelbewegungen, Stammdaten und Kassenabschlüsse.
  10. Finanzamt NRW - Mitteilungspflicht für elektronische AufzeichnungssystemeRechtsgrundlage Paragraph 146a Abs. 4 AO i.V.m. Paragraphen 1, 10 KassenSichV; Frist 31. Juli 2025 für Bestandssysteme, danach Monatsfrist; Meldung nur über Mein ELSTER oder die ERiC-Schnittstelle.

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