Guides

Unter der Woche mehr Gäste: Der kalkulierte Fahrplan für leere Wochentage

Ein Super44-Betrieb hat es gemessen: Eine verschobene Dienstagsöffnung kostete rund 1.700 Euro im Quartal. Leere Wochentage haben fast immer eine von drei Ursachen, und jede braucht eine andere, meist kostenlose Lösung. Hier ist die Diagnose vor der Aktion.

Alex Riesenkampff

Alex Riesenkampff

8. August 2026 · 12 Min. Lesezeit · Markdown

Ein Nachbarschaftscafé in Deutschland zeigt, wie viel es wert ist, eine Wochentagsänderung sofort im Blick zu haben: Als der Betrieb die Dienstagsöffnung von 10 auf 12 Uhr verschob, sah Super44 den Effekt auf den Dienstag selbst schon nach wenigen Wochen in den eigenen Zahlen, nicht erst Monate später in der Buchhaltung. Die Dienstagseinnahmen fielen von 299 auf 191 Euro. Nach Abzug der gesparten Lohnkosten blieb ein Verlust von rund 1.700 Euro im Quartal, und leere Wochentage haben fast immer eine von drei getrennten Ursachen: ein Bekanntheitsproblem, ein Wiederkehr-Problem, oder eine echte, strukturelle Flaute, und jede braucht eine andere, meist kostenlose Lösung. Der verbreitete Fehler ist, direkt zum Rabatt zu greifen, bevor überhaupt klar ist, welche der drei Ursachen tatsächlich vorliegt, und ein pauschaler "20 Prozent auf alles am Dienstag" füllt dann oft nur die Tische mit Gästen, die ohnehin gekommen wären, ohne das eigentliche Problem zu berühren.

Dieser Beitrag ist eine Diagnose, keine Ideenliste. Café, Bar, Restaurant und Bäckerei haben jeweils eine eigene Version des leeren Wochentags: Bei der Bäckerei ist es oft ein Nachmittagsloch statt eines ganzen Abends, bei einer Cocktailbar sieht der Dienstag ganz anders aus als beim Nachbarschaftscafé, und ein mittagslastiges Restaurant hat womöglich gar kein Abendproblem. Was für alle gilt: erst diagnostizieren, dann Geld ausgeben.

Welche der drei Ursachen tatsächlich vorliegt

Ein schwacher Tag ist ein Bekanntheitsproblem, ein Wiederkehr-Problem oder eine echte Flaute, und vier Wochen eigene Kassendaten zeigen meist zuverlässiger, welches davon zutrifft, als ein Bauchgefühl. Zieh die Gästezahlen der letzten vier Wochen je Wochentag, trenn nach Neu- und Stammgästen, wenn dein Kassensystem das hergibt, und beantworte drei Fragen nebeneinander: Tauchen überhaupt neue Gesichter an diesem Tag auf, bleiben Stammgäste, die an anderen Tagen kommen, gerade an diesem fern, und ist die ganze Umgebung zur gleichen Zeit ähnlich ruhig.

Drei Ursachen, drei unterschiedliche Signale in den eigenen Daten
BekanntheitsproblemAn diesem Tag taucht fast nie ein neues Gesicht auf, an anderen Tagen schonSichtbarkeit genau in dem Moment, in dem Gäste entscheiden: Profil, Karte, lokale Kanäle
Wiederkehr-ProblemNeue Gäste kommen, aber Stammgäste anderer Tage bleiben an diesem Tag wegDie eigene Gästeliste direkt mit einem konkreten Grund für diesen Tag ansprechen
Echte FlauteDie Zahlen bleiben niedrig, unabhängig von Besetzung, und die Nachbarschaft ist ähnlich ruhigDie Schicht ehrlich durchrechnen, statt sie mit Aktionen zu erzwingen
Vier Wochen eigene Daten, nach Ursache sortiert, schlagen einen Bauchentscheid oder eine generische Rabattaktion.

Quick decision helper

Welche Ursache steckt hinter dem schwachen Tag?

Beantworte die Fragen für den letzten echten Monat, nicht für die beste Woche.

Kommen an diesem Tag überhaupt neue Gäste?

Bei einem Bekanntheitsproblem: sichtbar sein, wenn Gäste gerade entscheiden

Ein Betrieb, den niemand auf dem Google-Unternehmensprofil oder in der Nachbarschaft findet, ist genau in dem Moment unsichtbar, in dem die Entscheidung fällt, wohin es heute Abend geht. Das eigene Google-Unternehmensprofil bleibt 2026 das zentrale, kostenlose Werkzeug dafür; die Post-Funktion existiert unverändert weiter (die separate Frage-und-Antwort-Funktion wurde Ende 2025 eingestellt, das ist ein anderes Feature). Ein einzelner Post am Morgen der ruhigen Schicht, mit einem konkreten Grund für genau diesen Abend, erreicht Menschen, die gerade in der Nähe suchen, kostenlos und in fünf Minuten.

Wer strukturell selten in der Google-Suche auftaucht, sollte das Problem nicht nur für einen Wochentag, sondern grundsätzlich angehen: Unser Fahrplan für besseres Google-Maps-Ranking geht die vollständige Liste der Profil-Hebel durch. Für einen einzelnen schwachen Tag zählt vor allem eines: die Regelmäßigkeit an genau diesem Tag, nicht die Kampagne drumherum. Welche Kanäle insgesamt zählen, wenn du nicht nur einen einzelnen Tag reparierst, sondern grundsätzlich wissen willst, wo neue Gäste dich finden, zeigt unser Beitrag zu den Entdeckungskanälen in der Gastronomie.

Google-Unternehmensprofil-Post für einen ruhigen Abend entwerfen

Schreibe einen kurzen Google-Unternehmensprofil-Post (unter 300 Zeichen) für [Betriebsname], der ankündigt, dass heute, [Wochentag], bis [Uhrzeit] geöffnet ist.
Nenne einen konkreten Grund, heute vorbeizukommen: [Gericht, Aktion oder Anlass].
Halte den Ton schlicht und lokal, keine Ausrufezeichen-Häufung, keine generischen Floskeln wie "Nicht verpassen!".
Schließe mit der Adresse oder einem kurzen Orientierungshinweis (z. B. "gegenüber der Kirche").

Bei einem Wiederkehr-Problem: die eigene Gästeliste ist der schnellste Hebel

Ein Wirtshaus in der Eifel zeigt, wie wenig eine Wiederkehr-Lösung kosten muss, auch wenn es sich um einen einzelnen, nicht unabhängig geprüften Fall handelt: Bei "samstags proppenvoll, Dienstag bis Donnerstag drei bis vier Tische besetzt" wurden feste Themenabende (Wildwochen-Dienstag, Pasta-Mittwoch, Quiz-Donnerstag) über die bestehende WhatsApp-Gästeliste beworben. "Kosten: fast null. Ergebnis nach zwei Monaten: Die schwachen Tage laufen jetzt mit 65 Prozent Auslastung", so die dokumentierte Aussage des Betriebs. Der Punkt dahinter gilt unabhängig vom Einzelfall: Gäste, die den Betrieb bereits kennen, brauchen keine Werbung, um ihn zu finden, sie brauchen einen konkreten, datierten Grund, ausgerechnet an diesem Tag zu kommen.

Der Fall vom Anfang zeigt die andere Seite: Eine gut gemeinte Wochentagsänderung kann einen Wiederkehr-Effekt genauso gut zerstören wie erzeugen. Als das Nachbarschaftscafé die Dienstagsöffnung nach hinten verschob, brach der Tag ein, weil die Stammgäste, die um 10 Uhr kamen, um 12 Uhr längst bei der Arbeit waren. Weil der Betrieb angeschlossen war, fiel das nicht erst am Quartalsende auf: Aus der Messung entstanden binnen kurzem drei konkrete Rückgewinnungsoptionen, direkt aus den eigenen Daten. Genau das ist der Vorteil laufender Kontrolle: Ein kleiner, gut gemeinter Fehler bleibt klein, wenn er früh auffällt, statt sich über Wochen unbemerkt aufzusummieren. Wer die Wiederkehr-Frage grundsätzlicher angehen will, nicht nur für einen einzelnen Wochentag, findet in unserem Beitrag zur Ökonomie des zweiten Besuchs die vollständige Rechnung zu Stammgästen, Kundenbindungs-Software und was sie wirklich kostet.

Bei echter Flaute: erst rechnen, dann entscheiden

Manche Wochentage sind ruhig, weil die ganze Umgebung zu dieser Zeit ruhig ist, nicht weil Marketing oder Stammgäste das Problem wären, und einen echt leeren Tag zu erzwingen kann mehr kosten als er einbringt. Die Fixkostenbasis der Gastronomie steigt unabhängig von der Gästezahl weiter: Die Personalkosten lagen im vierten Quartal 2025 um 39,6 Prozent über 2019, während der reale Branchenumsatz 14,8 Prozent unter dem Vorkrisenniveau blieb, laut DEHOGA-Zahlenspiegel IV/2025. Besonders hart trifft es getränkegeprägte Betriebe, deren realer Umsatz seit 2019 um 35,9 Prozent gefallen ist, ein Warnsignal für jede Aktion, die vor allem auf Getränkeumsatz an einem schwachen Abend setzt.

Rechne die eigene Schicht durch, bevor eine Entscheidung fällt.

Was ein ruhiger Abend tatsächlich einbringt

h
Umsatz an diesem Abend
192
Geplante Lohnkosten der Schicht (ohne Lohnnebenkosten)
139
Umsatz minus Lohnkosten (kein Gewinn: Wareneinsatz, Miete und Energie fehlen)
53

Reale Lohnnebenkosten liegen 2026 bei rund 24,7 bis 25 Prozent zusätzlich zum Bruttolohn; wer die Schicht noch schärfer rechnen will, zieht diesen Aufschlag zusätzlich von den Lohnkosten ab. Ein schwaches Ergebnis heißt nicht automatisch: schließen. Es heißt: erst ein Bekanntheits- oder Wiederkehr-Hebel, dann eine ehrliche Entscheidung über kürzere Öffnungszeiten.

Rabatte sind kein Standardhebel, und sie können schaden

Ein tiefer Rabatt ist kein neutraler Hebel: In der meistzitierten Forschung zu rabattgetriebener Nachfrage kam weniger als jeder Fünfte Rabattnutzer danach zum vollen Preis zurück. Zwei Studien der Rice University aus der Groupon-Ära, eine über rund 500 Betriebe, eine weitere über 150 Betriebe in 19 US-Städten und 13 Kategorien, fanden übereinstimmend nur 19,9 Prozent Rückkehrquote zum vollen Preis. Diese Zahl stammt aus den USA, nicht aus Deutschland, aber der Mechanismus dahinter gilt unabhängig vom Markt: Restaurants tragen einen strukturellen Nachteil, den nicht jede Branche hat, weil der Wareneinsatz direkt in die Rabattmarge hineinfrisst, anders als bei einem Dienstleister, der vor allem von Personalzeit lebt.

Die deutsche Mehrwertsteuer-Aufteilung macht jede Aktion, die Speisen und Getränke mischt, zusätzlich schwerer zu kalkulieren. Seit dem 1. Januar 2026 gelten 7 Prozent auf Speisen und weiterhin 19 Prozent auf Getränke, zwei unterschiedliche Sätze auf denselben Bon. Wer also eine Dienstagsaktion aus Kaffee und Kuchen zusammenstellt, sollte den Speisen- und den Getränkeanteil getrennt kalkulieren, sonst verzerrt allein der unterschiedliche Steuersatz die eigene Marge, unabhängig von echten Kostenveränderungen. Und selbst wo die MwSt-Senkung rechnerisch Spielraum schafft, landet sie meist nicht beim Gast: Lars Schwarz, Präsident des DEHOGA-Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern, sagte dem ZDF im Januar 2026, "eins zu eins werde das sicher nicht in den Speisekarten umgesetzt", und der DEHOGA-Bundesverband gibt an, dass 76,2 Prozent der befragten Betriebe die Entlastung zur eigenen Stabilisierung nutzen wollen, nicht zur Preissenkung.

Keiner dieser Punkte schließt eine befristete, klar datierte Aktion aus, nachdem die eigentliche Ursache diagnostiziert ist. Er schließt aus, direkt zum Rabatt zu greifen, ihn unbefristet laufen zu lassen, und zu hoffen, dass er ein Bekanntheits- oder Wiederkehr-Problem löst, für das er nie gedacht war. Ebenso wichtig: Eine Wochentagsaktion landet meist auf derselben knapp besetzten Wochentagsschicht, die ohnehin schon dünn ist, zusätzliche Gäste ohne zusätzliche Hände sind eine Arbeitsbelastungsfrage, keine reine Umsatzfrage.

Manchmal ist die ehrliche Antwort: kürzer öffnen statt mehr Aufwand

Eine dauerhaft unrentable Stunde zu streichen kann wirtschaftlicher sein, als sie mit Aktionen zu füllen, und diese Entscheidung verdient dieselbe datenbasierte Prüfung wie jeder Hebel oben. Ein Super44-Kunde hat das an einer deutschen Cocktailbar direkt getestet: Die letzte Öffnungsstunde, Dienstag bis Donnerstag, trug sich dauerhaft nicht selbst, also lief ein vierwöchiger Test mit früherem Schließen an diesen Abenden, mit einem klaren Rückfallplan, falls sich die Einnahmen in die falsche Richtung entwickelten. Der Test hielt, und die Änderung blieb.

Das ist eine kleine, umkehrbare Entscheidung, kein dauerhafter Rückzug, und das ist wichtig zu betonen, weil auch die Gegenposition real existiert: Mehrere deutsche Betriebe haben aus Personalmangel Öffnungstage oder -zeiten gestrichen, nicht aus freier Wahl. Restaurant "Saimons" auf Föhr blieb im Winter nur an drei Tagen pro Woche geöffnet, und "Seeblick" in Mecklenburg-Vorpommern schließt die Küche vor 20 Uhr, weil vier Vollzeitköche keine Sieben-Tage-Woche stemmen können; der Betreiber sagt offen: "Die Kunden fühlen sich eingeschränkt, und natürlich hat das auch finanzielle Folgen." In diesen Fällen war die Verkürzung keine kalkulierte Entscheidung, sondern eine erzwungene, und der Unterschied ist wichtig: Ein befristeter, gemessener Test wie bei der Cocktailbar ist etwas anderes als eine Notlösung ohne Rückfallplan.

Vier Wochen testen, dann mit Daten entscheiden

Welche der drei Ursachen auch zutrifft, dieselbe Disziplin entscheidet, ob die Maßnahme wirklich gewirkt hat: eine Maßnahme, vier Wochen, verglichen mit den eigenen Zahlen von vorher. Wer diesen Vergleich überspringt, verkleidet am Ende einen Bauchentscheid als Ergebnis.

Vor der Entscheidung

  • Erst diagnostizierenVier Wochen Gästezahlen je Wochentag, wenn möglich nach Neu- und Stammgästen getrennt, bevor eine Maßnahme gewählt wird.
  • Hebel zur Ursache passend wählenSichtbarkeit bei Bekanntheitsproblem, direkte Ansprache bei Wiederkehr-Problem, ehrliche Kalkulation bei echter Flaute.
  • Start- und Enddatum festlegenJede Aktion läuft vier Wochen mit klarem Vergleichszeitraum, nicht unbefristet.
  • Die Belegschaft mitdenkenEine Wochentagsaktion darf nicht stillschweigend zu unbezahltem Mehraufwand für eine ohnehin dünne Schicht werden.
  • Mit denselben Daten entscheiden, mit denen diagnostiziert wurdeVier Wochen im Vergleich, nicht ein einzelner guter oder schlechter Abend.

Das Cocktailbar-Beispiel oben war ein geplanter, vierwöchiger, umkehrbarer Test mit Rückfallplan, der Idealfall. Das Café-Beispiel oben war vorher nicht getestet, aber weil Super44 die Zahlen laufend im Blick hatte, wurde der Rückgang binnen Wochen erkannt und direkt in einen Rückgewinnungsplan übersetzt. Teste vorher, wenn du kannst, und bleib angeschlossen, damit auch die ungetesteten Fälle schnell auffallen.

Die Betriebsart verändert, welche Ursache wahrscheinlicher ist. Ein Café hat oft ein Nachmittagsloch statt eines ganzen Abendproblems, ein Bekanntheits-Post zur Mittagszeit wirkt hier meist schneller als ein Abend-Post. Eine Bar hat selten eine echte, flächendeckende Flaute, weil Bar-Standorte meist in Vierteln liegen, in denen irgendein Nachbarbetrieb am gleichen Abend gut läuft, hier sind Bekanntheit oder Wiederkehr die wahrscheinlicheren Ursachen. Eine Bäckerei dagegen hat oft eine echte Nachfragelücke, die eng daran hängt, wann Menschen frisches Brot wollen, das lässt sich mit Social-Media-Posts kaum verschieben.

Wo Super44 unterstützt, ohne die Entscheidung zu ersetzen

Software kann die vierwöchige Diagnose deutlich schneller machen, die Entscheidung, ob ein ruhiger Abend Sichtbarkeit, eine Ansprache der Stammgäste oder kürzere Öffnungszeiten braucht, bleibt trotzdem beim Betrieb. Aus den verbundenen Kassen- und Dienstplandaten steht die Aufteilung der Gästezahlen nach Wochentag bereits zur Verfügung, ohne dass sie manuell zusammengesucht werden muss. Derselbe verbundene Kontext kann einen Entwurf für Social-Media-Texte oder eine Antwort auf eine Google-Bewertung zur Freigabe vorbereiten, sodass das Testen der Hebel oben Minuten statt eines freien Nachmittags kostet.

Genau diese laufende Anbindung macht aus einer Änderung wie der Dienstagsöffnung im Café eine Zwei-Wochen-Erkenntnis statt einer Quartalsüberraschung. Was auch getestet wird, andere Öffnungszeiten, ein anderer Preis, ein neues Gericht, Super44 behält die betroffene Schicht oder Position danach im Blick und zeigt, was mit dem Umsatz tatsächlich passiert ist, nicht nur, ob sich die Woche voller angefühlt hat. Genau das gibt einem Inhaber die Sicherheit, eine Änderung zu wagen, statt erst am Quartalsende zu erfahren, ob sie funktioniert hat.

Die beiden echten Beispiele in diesem Beitrag zeigen dieselbe Lehre von entgegengesetzten Ausgangspunkten. Die kürzeren Öffnungszeiten der Cocktailbar kamen aus einem befristeten, vierwöchigen, umkehrbaren Test, gemessen an den eigenen Zahlen. Die Dienstagsänderung im Café wurde vorher nicht getestet, aber dieselbe laufende Anbindung erkannte den Rückgang früh und machte daraus direkt einen Rückgewinnungsplan. So oder so gilt dieselbe Disziplin: erst testen, wenn möglich, und angeschlossen bleiben, damit auch die ungetesteten Fälle schnell auffallen, nicht aus dem Bauch heraus.

Unser Beitrag zum Marketing-Budget in der Gastronomie zeigt, wie viel ein vollständiges Marketingbudget kostet, sobald einzelne Hebel wie hier nicht mehr ausreichen; unsere Personalkosten-Benchmarks liefern die aktuellen Lohnnebenkosten-Zahlen, mit denen sich der Rechner oben noch genauer auf den eigenen Betrieb anpassen lässt; und wenn die schwache Phase nicht einen einzelnen Wochentag, sondern gleich mehrere Wochen betrifft, geht unser Fahrplan für Sommerloch und Januar-Flaute dieselbe Diagnose-vor-Aktion-Logik für die eigentliche Saison durch.

Häufige Fragen

Warum ist mein Restaurant, meine Bar oder mein Café an einem bestimmten Wochentag leer?

Fast immer eine von drei getrennten Ursachen: Gäste wissen nicht, dass an diesem Tag geöffnet ist (Bekanntheitsproblem), Stammgäste kommen an anderen Tagen, aber nicht an diesem (Wiederkehr-Problem), oder die ganze Straße ist zu dieser Zeit ruhig, unabhängig vom Betrieb (echte Flaute). Vier Wochen eigene Kassendaten nach Neu- und Stammgästen getrennt zeigen, welche Ursache tatsächlich vorliegt.

Sollte ich eine Rabattaktion fahren, um einen schwachen Tag zu füllen?

Erst, wenn ein Bekanntheits- oder Wiederkehr-Problem ausgeschlossen ist, und nur mit festem Enddatum. Internationale Studien aus der Groupon-Ära (Rice University) fanden, dass nur 19,9 Prozent der Rabattnutzer danach zum vollen Preis wiederkamen. Dazu kommt ein struktureller Nachteil, den nicht jede Branche hat: Der Wareneinsatz frisst in die Rabattmarge hinein, anders als bei einem personalkostengetriebenen Betrieb wie einem Friseursalon. Ein Rabatt behandelt ein Symptom, er löst selten das eigentliche Bekanntheits- oder Wiederkehr-Problem.

Ist es besser, an einem echt leeren Tag früher zu schließen, statt ihn zu erzwingen?

Manchmal ja. Wenn ein Tag im ganzen Umfeld ruhig ist, nicht nur im eigenen Betrieb, und die Lohnkosten der Schicht regelmäßig über dem liegen, was sie einbringt, kann ein befristeter Test mit kürzeren Öffnungszeiten die wirtschaftlichere Entscheidung sein. Ein Super44-Kunde hat genau das an einer deutschen Cocktailbar getestet: Die letzte, dauerhaft unrentable Öffnungsstunde von Dienstag bis Donnerstag wurde in einem vierwöchigen Test mit Rückfallplan gestrichen.

Wie unterscheide ich ein Marketingproblem von einem echt ruhigen Tag?

Prüfe, ob überhaupt neue Gäste an diesem Tag auftauchen. Kommt nie jemand Neues am Dienstag vorbei, ist das ein Bekanntheitsproblem. Kommen neue Gäste, aber die Stammgäste bleiben weg, ist das ein Wiederkehr-Problem. Bleiben die Gästezahlen niedrig, obwohl auch andere Betriebe in der Straße zur gleichen Zeit ruhig sind, spricht viel für eine echte, strukturelle Flaute, die kein Marketing beheben wird.

Was ist der günstigste Weg, eine Maßnahme zu testen, bevor ich sie fest einführe?

Eine Maßnahme, passend zur diagnostizierten Ursache, für vier Wochen fahren und mit den vier Wochen davor oder dem Vorjahreszeitraum vergleichen. Ein wöchentlicher Post im Google-Unternehmensprofil oder eine WhatsApp-Nachricht an die eigene Gästeliste kosten fast nichts und lassen sich sofort wieder beenden, wenn sich die Zahl nicht bewegt.

Lohnt sich eine feste Wochentagsaktion wie ein Quizabend wirklich?

Die Zahlen sind ehrlich gerechnet machbar, aber nicht garantiert. Ein Anbieter wie Quizium berechnet für einen professionellen Quizabend zwischen 65 und 85 Euro pro Termin je nach Abo-Modell; das amortisiert sich laut Anbieterangabe schon über einen zusätzlichen belegten Tisch, was aber eine unabhängig nicht geprüfte Herstellerangabe ist. Wichtiger als die Aktion selbst ist, ob sie zur diagnostizierten Ursache passt: Ein Quizabend zieht bekannte Gäste an, löst aber kein Bekanntheitsproblem bei Laufkundschaft.

Quellen

  1. DEHOGA-Zahlenspiegel IV/2025 (veröffentlicht über DEHOGA Sachsen)26.02.2026. Realer Umsatz 2025 minus 2,1 Prozent gegenüber 2024 und 14,8 Prozent unter 2019; Personalkosten Q4 2025 plus 39,6 Prozent gegenüber 2019; getränkegeprägte Gastronomie real minus 35,9 Prozent gegenüber 2019.
  2. tophotel.de: Bundesrat stimmt 7 Prozent Mehrwertsteuer zuBundesrat-Zustimmung 19.12.2025, in Kraft seit 1.1.2026, unbefristet, 7 Prozent auf Speisen (vor Ort, Mitnahme, Lieferung, Catering).
  3. ZDFheute: Steuersenkung Gastrobranche, DEHOGA, Verbrauchererwartungen03.01.2026. Zitat von Lars Schwarz, DEHOGA-Landesverbandspräsident Mecklenburg-Vorpommern: "Eins zu eins werde das sicher nicht in den Speisekarten umgesetzt." Die separate 76,2-Prozent-Zahl (Betriebe wollen die Entlastung zur Stabilisierung statt zur Preissenkung nutzen) wird im selben Artikel dem DEHOGA-Bundesverband zugeschrieben.
  4. HOGAPAGE: Weil Personal fehlt, haben einige Restaurants kürzer offen21.07.2025. Namentlich benannte Betriebe (Saimons/Föhr, Seeblick/Mecklenburg-Vorpommern) mit reduzierten Öffnungstagen und -zeiten wegen Personalmangel, mit Originalzitaten der Betreiber.
  5. Weser-Kurier: Warum viele Bremer Restaurants derzeit Betriebsferien machen27.07.2024. DEHOGA Bremen und mehrere namentlich genannte Betriebe zur Abwägung zwischen kompletter Schließung und durchgehendem Betrieb mit reduziertem Personal.
  6. GastroInsider: Mittagstisch Marketing, 7 Strategien plus 65 Prozent Auslastung30.04.2026. Fallbeispiel eines Wirtshauses in der Eifel: Themenabende (Wildwochen-Dienstag, Pasta-Mittwoch, Quiz-Donnerstag) über eine bestehende WhatsApp-Gästeliste beworben. Zitat: "Kosten: fast null. Ergebnis nach zwei Monaten: Die schwachen Tage laufen jetzt mit 65 Prozent Auslastung." Einzelfall eines Marketing-Blogs, nicht unabhängig geprüft; als Beispiel, nicht als repräsentative Studie zitiert.
  7. Quizium: Preise für einen QuizabendAnbieterpreise: 12 Termine/Jahr zu 75 Euro, 24 Termine/Jahr zu 65 Euro, Einzeltermin 85 bis 129 Euro, Vor-Ort-Moderation 500 Euro zzgl. 0,30 Euro/km. Reine Anbieterpreisliste, keine unabhängige ROI-Studie.
  8. Rice University: Studie zu Groupon-Effektivität30.09.2010, 150 Betriebe in 19 US-Städten und 13 Kategorien, Teil der Groupon-Wirksamkeitsforschung, auf die sich die 19,9-Prozent-Zahl in diesem Beitrag stützt.
  9. ClickZ: Nur 19,9 Prozent der Rabattnutzer kommen zum vollen Preis zurück17.06.2011, Auswertung der Dholakia-Forschung (Rice University) über rund 500 Betriebe, darunter Restaurants, Bars und Salons. International zitiert, nicht deutschlandspezifisch.

Weiterlesen

Zum Schluss noch eins

Willst du wissen, wo Super44 bei dir zuerst ansetzen würde?

Kostenlose Geschäftsanalyse

Finde heraus, wo du Geld auf dem Tisch liegen lässt.