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Lieferando-Provision 2026: Was Lieferando, Wolt und Uber Eats ein Restaurant kosten, und wann sich der eigene Bestellshop rechnet

Uber Eats nennt 30 Prozent bei Zustellung durch Uber und 14 Prozent, wenn du selbst fährst oder der Gast abholt. Lieferando und Wolt veröffentlichen keine Sätze. Was von einer 30-Euro-Bestellung auf jedem Weg bleibt, wo der eigene Bestellshop sich rechnet und wo der eigene Fahrer kaum günstiger ist als die Plattform.

Alex Riesenkampff

Alex Riesenkampff

10. Oktober 2026 · Aktualisiert am 15. Oktober 2026 · 14 Min. Lesezeit · Markdown

Von einer Bestellung über 30 Euro bleiben einem Restaurant rund 9,63 Euro, wenn Plattform-Fahrer liefern und 30 Prozent Provision fällig werden, gerechnet vor Personal, Miete und Energie. Bestellt der Gast über deinen eigenen Shop und holt ab, sind es 17,93 Euro, über die Abholung der Plattform mit 14 Prozent 14,43 Euro. Lieferst du selbst, bleiben bei drei Touren je bezahlter Fahrerstunde und 2 Euro Liefergebühr rund 12,19 Euro.

Das Geld im eigenen Kanal steckt also vor allem in der Abholung und in Stammgästen. Wer nur die Plattform-Fahrer durch eigene ersetzt, spart weniger, als die 30 Prozent vermuten lassen.

Was Lieferando, Wolt und Uber Eats veröffentlichen

Nur Uber Eats nennt auf seiner deutschen Preisseite Sätze: 30 Prozent bei Zustellung durch Uber, 14 Prozent bei Selbstzustellung und 14 Prozent bei Abholung. Bei Lieferando und Wolt steht der Satz im Vertrag, und die Zahlen, die in der Branche kursieren, stammen aus Berichten verschiedener Jahre.

Was die Plattformen in Deutschland zu ihren Kosten veröffentlichen, Oktober 2026
Uber Eats, Zustellung durch Uber30 % (33 % für Uber-One-Mitglieder)Verkaufspreis inkl. USt.Preisseite nennt keine weiteren
Uber Eats, Selbstzustellung14 % (12 % für Uber-One-Mitglieder)Verkaufspreis inkl. USt.; Lieferkosten trägt das RestaurantPreisseite nennt keine weiteren
Uber Eats, Abholung14 %Verkaufspreis inkl. USt.Preisseite nennt keine weiteren
Uber DirectAb 7,90 € pro Lieferung, keine ProvisionenJe LieferungPreis je nach Bestellart, Entfernung und Liefergeschwindigkeit
LieferandoNicht veröffentlichtIm VertragServicegebühr zahlt der Gast
WoltNicht veröffentlichtZwischensumme der BestellungPlattform-Gebühr zusätzlich zur Provision, keine Anmeldegebühr
Quellen: Preisseite und Händler-AGB von Uber Eats Deutschland, Partnerseiten von Wolt, Stand: 10. Oktober 2026.

Für Lieferando nennen SumUp, ein Anbieter von Kassen- und Zahlungslösungen, und Jack News rund 14 Prozent, wenn das Restaurant selbst liefert. Mit Lieferando-Fahrern werden in Berichten rund 30 Prozent genannt. Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbands, sagte über die Provisionen der Lieferdienste laut Tageskarte im Dezember 2020 unter Berufung auf den Tagesspiegel: „30 Prozent - da kann der Gastronom nicht existieren. Das geht gar nicht“. Bei Uber Eats liegt der Satz für die Zustellung durch Uber heute noch dort.

Jasmin Meier, Senior-Chefin von Cani's Bistro in Dörfles-Esbach bei Coburg, beschrieb inFranken.de im Juli 2022, wie der Satz für den reinen Bestelleingang gestiegen ist: „Anfangs waren es nur 8 Prozent Provision. Jetzt bald 14. Es geht halt immer so weiter“.

Provision, Servicegebühr und Mehrwertsteuer

Die Provision fällt bei Uber Eats laut AGB auf den Verkaufspreis inklusive Umsatzsteuer an, sodass 30 Prozent bei 7 Prozent Mehrwertsteuer rund 32 Prozent deines Nettoumsatzes sind. Die Servicegebühr selbst versteht sich laut denselben AGB zuzüglich Umsatzsteuer. Unsere Rechnung unterstellt, dass du diese als Vorsteuer abziehst; als Kleinunternehmer kannst du das nicht, und der Rechner unten hat dafür ein eigenes Feld. Wolt rechnet laut eigener Partnerseite auf die „Zwischensumme der Bestellung“ und zieht zusätzlich eine Plattform-Gebühr ab, deren Höhe die Seite nicht nennt. Für Lieferando steht die Basis im Vertrag.

Die Servicegebühr bei Lieferando zahlt dagegen der Gast. Jack News berichtet, sie gelte seit dem 2. April 2025, zunächst für Bestellungen, die das Restaurant selbst ausliefert, und „Restaurants haben keinen Einfluss auf die neue Servicegebühr“. Dein Anteil ändert sich dadurch nicht, die Bestellung wird für den Gast aber teurer. Zur Höhe nennt dieselbe Seite 2,5 Prozent, später offenbar 5 Prozent, jeweils gedeckelt bei 0,99 Euro.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen bei Lieferung und Abholung derselbe ermäßigte Satz von 7 Prozent wie im Lokal, Getränke bleiben grundsätzlich bei 19 Prozent, wie die IHK Frankfurt erklärt. Welche Getränke trotzdem 7 Prozent erreichen, steht in unserem Leitfaden zur Mehrwertsteuer in der Gastronomie 2026.

Eine Bestellung über 30 Euro auf sieben Wegen

Dieselbe Bestellung bringt dir zwischen 5,82 Euro und 17,93 Euro, je nachdem, wer sie annimmt und wer sie fährt. Gerechnet ist mit 7 Prozent Mehrwertsteuer, 30 Prozent Wareneinsatz vom Nettoumsatz und 1 Euro Verpackung. Den Euro für Verpackung ersetzt du durch die Kosten deiner eigenen Boxen und Tüten.

Was von einer Bestellung über 30 Euro bleibt, vor Personal, Miete und Energie
Eigener Shop, Abholung17.93€Plattform, Abholung (14 %)14.43€Eigener Shop, eigener Fahrer12.19€Eigener Shop, Uber Direct11.87€Plattform-Fahrer (30 %)9.63€Plattform, eigener Fahrer (14 %)8.72€Plattform-Fahrer, 20 % Rabatt5.82€
30 € brutto, 7 % Mehrwertsteuer (28,04 € netto), Wareneinsatz 8,41 €, Verpackung 1 €, Provision auf den Bruttowert, Umsatzsteuer auf die Provision als Vorsteuer abgezogen. Eigener Shop: Kartengebühr 1,5 % + 0,25 € (Stripe, Standardkarten aus dem EWR) auf den Betrag, den der Gast zahlt. Eigener Fahrer: Minijobber zu 13,90 € plus 31,17 % Pauschalabgaben bei drei Touren je bezahlter Stunde (6,08 €) plus 5 km zu 0,30 € (1,50 €), abzüglich 2 € Liefergebühr, angenommen mit 7 % wie die Speisen versteuert (1,87 €). Uber Direct zum Einstiegspreis von 7,90 €, ebenfalls mit 2 € Liefergebühr. Beim Rabatt wird die Provision auf 24 € berechnet (7,20 €).

Rabatte zahlst du doppelt. Laut Uber-AGB wird die Servicegebühr bei Rabatten „auf Basis des ermäßigten Verkaufspreises“ berechnet, Wareneinsatz und Verpackung bleiben aber gleich. Aus 9,63 Euro werden so 5,82 Euro, und die Aktion braucht rund 65 Prozent mehr Bestellungen, nur um gleichzuziehen.

Harman, der Besitzer der Alten Börse in Bielefeld, nannte 2021 noch eine Gebühr, die in keiner Provisionszahl steht: „Wenn ein Kunde bei mir mit Paypal zahlt, zahle ich 26 Cent, bei Lieferando muss ich pro Online-Zahlung 56 Cent zahlen“. Rechne Zahlungsgebühren, Erstattungen und Werbung auf der Plattform dazu, wenn sie auf deiner Abrechnung stehen.

Was bleibt dir von einer Plattformbestellung?

€
%
%
€
%
%
%
€
€
Provision je Bestellung, inklusive nicht abziehbarer Umsatzsteuer
9,00 €
Bleibt je Plattformbestellung, vor Personal, Miete und Energie
9,63 €
Dieselbe Bestellung über den eigenen Shop zur Abholung
17,93 €

Gilt deine Provision auf den Nettowert, trag den Satz geteilt durch (1 + Mehrwertsteuersatz) ein. Als Kleinunternehmer stellst du keine Umsatzsteuer in Rechnung: dann Mehrwertsteuer auf 0 und die nicht abziehbare Umsatzsteuer auf 19 setzen.

Selbst liefern: was eine Tour kostet

Ein Fahrer auf Minijob-Basis kostet bei drei Touren je bezahlter Stunde mindestens rund 7,58 Euro je Tour, und damit ist eigene Lieferung über die Plattform mit 14 Prozent schlechter als die Plattform-Fahrer. Der Mindestlohn liegt seit Januar 2026 bei 13,90 Euro je Stunde und steigt 2027 auf 14,60 Euro. Für gewerbliche Minijobs kommen laut Minijob-Zentrale Pauschalabgaben von höchstens 31,17 Prozent dazu. Urlaub und Unfallversicherung kommen noch dazu, und die Minijob-Grenze begrenzt die Stunden, die ein Fahrer im Monat machen kann. Fürs Auto setzen wir die 30 Cent je Kilometer an, die das Bundesreisekostengesetz für Dienstfahrten mit dem Pkw vorsieht, bei 5 Kilometern je Tour.

Daraus folgt eine klare Reihenfolge. Lieferst du selbst und nimmst die Bestellung über den eigenen Shop an, bleiben 12,19 Euro, gut 2,50 Euro mehr als mit Plattform-Fahrern. Lieferst du selbst, aber nimmst sie über die Plattform an, bleiben nur 8,72 Euro. Zähl die Touren über alle bezahlten Stunden, nicht nur zur Stoßzeit. Bei fünf Touren pro Stunde sinken die Fahrerkosten auf rund 5,15 Euro, und der eigene Shop mit eigenem Fahrer kommt auf 14,62 Euro.

Uber Direct ist der Mittelweg: Uber fährt, du nimmst die Bestellung selbst an und zahlst ab 7,90 Euro je Lieferung statt Provision. Bei 2 Euro Liefergebühr bleiben zum Einstiegspreis bestenfalls 11,87 Euro, ohne dass du Fahrer einstellst. Wie viel deine Leute dich mit allen Nebenkosten kosten, rechnet unser Personalkostenrechner aus.

Eigene Fahrer bringen auch Pflichten mit: Dienstplan, Ruhezeiten, Unfallversicherung und eine Kfz-Versicherung, die Lieferfahrten abdecken muss; prüf das vor der ersten Tour. Bezahl sie nicht so, dass Tempo vor Sicherheit geht.

Höhere Preise auf der Plattform?

Lieferandos AGB verlangten 2023, dass die Preise auf der Plattform denen in den eigenen Vertriebskanälen des Restaurants entsprechen, und das Bundeskartellamt hat diese Bestpreisklausel weder verboten noch gebilligt. Es stellte sein Verfahren im Juli 2023 aus Ermessensgründen ein und betonte, damit sei „keine Aussage über die kartellrechtliche Zulässigkeit der untersuchten Bestpreisklausel verbunden“.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, sagte dazu: „Lieferando ist in Deutschland der Platzhirsch unter den Lieferdiensten, und es besteht der Verdacht, dass die Restaurants durch die Bestpreisklausel stark beeinträchtigt werden“. Im selben Statement sagte Mundt aber auch, die Behörde habe derzeit keine hinreichenden Anhaltspunkte, dass die Klausel neuen Plattformen den Markteintritt versperre. Sie will den Markt nach dem Eintritt von Uber Eats und Wolt weiter beobachten.

Für dich heißt das: Lies im Vertrag nach, was er zu deinen Preisen sagt, bevor du auf der Plattform aufschlägst. Ist ein Aufschlag erlaubt, bringt jeder Prozentpunkt auf 30 Euro bei 30 Prozent Provision rund 19 Cent mehr, ein Aufschlag von 10 Prozent also rund 1,90 Euro. Gegenüber einer Direktbestellung, die dein eigener Fahrer ausliefert (12,19 Euro), schließt sich die Lücke bei rund 13 Prozent Aufschlag. Die Lücke zur Abholung im eigenen Shop schließt kein vertretbarer Aufschlag.

Wann die Plattform ihr Geld wert ist

Die Plattform lohnt sich für Bestellungen von Gästen, die dich sonst nicht gefunden hätten, und die größte Studie dazu findet den Gesamtnutzen für Fast-Food-Ketten viermal so hoch wie für unabhängige Restaurants. Li und Wang fanden in einer US-Studie in Management Science (Oktober 2024), dass Restaurants insgesamt von Lieferplattformen profitieren, Fast-Food-Ketten aber viermal so stark wie unabhängige Restaurants. Beim Abholgeschäft unabhängiger Restaurants ersetzten die Plattformen eigenen Umsatz, statt ihn zu ergänzen. Unabhängige gewannen vor allem über mehr Gäste im Lokal.

Eine vergleichbare Studie für Deutschland ist uns nicht bekannt. Die Richtung ist trotzdem brauchbar: Die Provision ist Werbegeld, wenn ein Fremder bestellt, und eine teure Gewohnheit, wenn dein Stammgast über die App bestellt statt bei dir.

Manchmal hängt der Betrieb an der Plattform. Irfan Harman, Besitzer der Alten Börse in Bielefeld, sagte dem Haller Kreisblatt im Januar 2021: „Ich hatte keine Wahl. Entweder ich melde mich bei Lieferando an oder ich mach gleich zu“. Nach seiner Rechnung gingen knapp 3.000 Euro im Monat für den Lieferservice drauf, darin die Bezahlung seines eigenen Lieferservices und 13 Prozent jedes Kundenbons an Lieferando. Das war mitten in der Pandemie, aber die Lage eines Lokals, das ohne Plattform kaum Bestellungen bekommt, gibt es weiter.

Lieferando hielt im selben Artikel dagegen. Sprecher Oliver Klug sagte, 94 Prozent aller Bestellungen würden zu 13 Prozent Provision vermittelt und nur sechs Prozent zu 30 Prozent, und über das Modell mit Lieferando-Fahrern: „Das 30-Prozent-Modell bezuschusst Lieferando sogar zugunsten der Restaurants. Wir machen damit Verlust“.

Neu eröffnet: auf die Plattform oder nicht?

Für einen neuen Betrieb ist die Plattform vor allem ein Weg, gefunden zu werden, also melde dich für die Zeiten an, in denen deine Küche Luft hat, und lass Rabatte weg, bis du weißt, was eine Bestellung übrig lässt. Die Hürde ist niedrig: Wolt nennt ausdrücklich keine Anmeldegebühr und lässt dich die Partnerschaft jederzeit beenden. Die deutsche Preisseite von Uber Eats nennt keine Aktivierungsgebühr, die AGB erwähnen eine, ohne Betrag.

Vor der ersten Bestellung lohnen sich drei Entscheidungen. Welche Gerichte die Fahrt überstehen, denn wer nach 20 Minuten matschig ankommt, bekommt schlechte Bewertungen. In welchen Zeiten du auf der Plattform sichtbar bist, nämlich nur dann, wenn die Küche einen zusätzlichen Bon schafft, ohne dass das Lokal wartet. Und welcher Satz für dich gilt: Bei Lieferando hängt er am Vertrag, also lass ihn dir vor der Unterschrift schriftlich geben.

Die ersten drei Monate sind ein Test. Bestellen vor allem Leute, die noch nie bei dir waren, kauft die Provision dir neue Gäste. Bestellen deine Stammgäste plötzlich über die App statt bei dir am Telefon, gib ihnen einen Grund, direkt zu bestellen. Was ein Stammgast wert ist, zeigt Stammgäste sind das Geschäft.

Wann sich ein eigener Bestellshop rechnet

Eine Abholbestellung, die von der Plattform in den eigenen Shop wandert, bringt rund 3,50 Euro mehr, eine selbst gefahrene Lieferung rund 2,56 Euro und ein Liefergast, der künftig abholt, 8,30 Euro. Durch diese Beträge teilst du den Monatspreis deines Shops. GastroSprint etwa verlangt für einen Bestellshop ohne Provision ab 64 Euro netto im Monat, mit eigener App 119 Euro und mit Website 149 Euro plus 499 Euro Einrichtung; Zahlungsgebühren kommen bei jedem Anbieter dazu.

Bestellungen im Monat, bis sich ein Bestellshop bezahlt gemacht hat, Bestellung über 30 €
50 €15207
100 €294013
200 €587925
Ersparnis je Bestellung 3,50 €, 2,56 € und 8,30 € aus der Grafik oben, aufgerundet auf ganze Bestellungen. Eigener Fahrer bei drei Touren je bezahlter Stunde und 2 € Liefergebühr. Die Monatspreise sind runde Rechenbeispiele.

Gezählt werden nur Bestellungen, die sonst über die Plattform gelaufen wären. Die Kundendaten nimmst du dabei nicht mit: Die Uber-AGB erlauben die Nutzung der Gästedaten nur für die vereinbarten Zwecke, also für die Bestellung selbst. Eine Karte mit Link und Abholangebot in der Tüte braucht keine Daten, einen Newsletter baust du nur mit Einwilligung über den eigenen Kanal auf.

Ein eigener Shop hat ebenfalls einen Preis, der sich ändern kann. Er macht dich aber für den Teil deiner Bestellungen unabhängiger, den du dorthin verlagerst. Wie Gäste dich überhaupt finden, zeigt Wo Gäste dich wirklich finden, und ob Website oder Google-Profil die bessere Tür ist, klärt Braucht dein Restaurant 2026 noch eine eigene Website?.

Die Entscheidung in drei Fragen

Verlagere zuerst Abholung und Stammgäste in den eigenen Shop, wo rund 3,50 Euro je Bestellung mehr bleiben, und lass die Plattform für neue Gäste und für Lieferungen, die du nicht dicht genug fahren kannst. Der Entscheidungsbaum führt dich zu deinem ersten Schritt.

Entscheidungshilfe

Was solltest du mit deinen Plattformbestellungen tun?

Wie kommen die meisten Plattformbestellungen zum Gast?

Was du vor der Unterschrift oder Verlängerung im Vertrag prüfst

  • Satz und BasisProvision je Zustellart, ob brutto oder netto, und ob Umsatzsteuer auf die Provision dazukommt.
  • Weitere GebührenPlattform-Gebühr, Gebühren für Online-Zahlungen, Werbung und Gerätekosten.
  • LiefergebührWer sie festlegt und wer sie behält, wenn du selbst lieferst.
  • RabatteWer welche Aktion bezahlt und worauf die Provision dann berechnet wird.
  • PreiseOb der Vertrag gleiche Preise wie im eigenen Kanal verlangt.
  • Erstattungen und KündigungWer bei Reklamationen zahlt, wie du widersprichst und mit welcher Frist du kündigen kannst.

Zieht deine Küche Plattformbestellungen und Gäste im Lokal zur selben Zeit nicht durch, nimm die Plattform zur Stoßzeit vom Netz. Deine Gäste vor Ort gehen vor. Ob die Lieferung deine Kosten insgesamt in die falsche Richtung bewegt, zeigt der Prime Cost. Mit derselben Rechnung entscheidest du, was ein leerer Tisch wert ist: Da fängt unser Leitfaden zur No-Show-Gebühr an.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Lieferando-Provision?

Lieferando veröffentlicht keine Sätze; die Provision steht im Vertrag mit dem Restaurant. Branchenberichte der Jahre 2020 bis 2025 nennen rund 14 % für den reinen Bestellservice, wenn das Restaurant selbst liefert, und rund 30 % mit Lieferando-Fahrern.

Wer zahlt die Servicegebühr bei Lieferando?

Der Gast. Laut Jack News wird sie seit dem 2. April 2025 vor allem auf Bestellungen erhoben, die das Restaurant selbst ausliefert, und das Restaurant erhält keinen Anteil daran. Die Provision läuft unverändert weiter. Zur Höhe nennt die Quelle 2,5 % und später offenbar 5 % des Bestellwerts, gedeckelt bei 0,99 €.

Darf ich auf Lieferando höhere Preise verlangen als im Restaurant?

Lieferandos AGB enthielten 2023 eine Bestpreisklausel, nach der die Preise auf der Plattform denen im eigenen Vertriebskanal entsprechen müssen. Das Bundeskartellamt hat sein Verfahren dazu eingestellt, ohne über die Zulässigkeit zu entscheiden. Was heute gilt, steht in deinem Vertrag.

Lohnt sich ein eigener Lieferfahrer?

Nur bei dichten Touren. Ein Minijobber zum Mindestlohn von 13,90 € mit bis zu 31,17 % Pauschalabgaben und 0,30 € je Kilometer kostet bei drei Touren pro Stunde mindestens rund 7,58 € je Tour. Mit 2 € Liefergebühr bleiben bei Direktbestellung rund 2,56 € mehr als mit Plattform-Fahrern, bei fünf Touren rund 4,99 € mehr.

Ab wie vielen Bestellungen lohnt sich ein eigener Bestellshop?

Teile den Monatspreis durch die Ersparnis je Bestellung. Eine Abholbestellung, die von der Plattform mit 14 % in den eigenen Shop wandert, bringt bei 30 € rund 3,50 € mehr, ein Shop für 100 € im Monat braucht also 29 solcher Bestellungen. Wechselt ein Liefergast zur Abholung, sind es 8,30 € je Bestellung.

Quellen

  1. Uber Eats Deutschland: Preise für Restaurants — Uber Lieferung 30 % (33 % für Uber-One-Mitglieder), Selbstzustellung 14 % (12 % für Uber-One-Mitglieder), Abholung 14 %; Uber Direct ab 7,90 € pro Lieferung, keine Provisionen. Stand: 10. Oktober 2026.
  2. Uber Eats: Allgemeine Geschäftsbedingungen für Händler (Deutschland) — Zuletzt geändert am 16.9.2025. Servicegebühr auf den Verkaufspreis der Artikel inklusive USt., Servicegebühr selbst zuzüglich USt.; bei Rabatten auf Basis des ermäßigten Verkaufspreises; bei eigener Lieferung bezahlt der Händler die Lieferpartner.
  3. Wolt: Gebühren und Provisionen für Partner — Provision als prozentualer Anteil auf die Zwischensumme der Bestellung, zusätzliche Plattform-Gebühr auf dem Auszug, Sätze im Vertrag. Kein Prozentsatz genannt. Stand: 10. Oktober 2026.
  4. Wolt: Restaurants — Keine Anmeldegebühr, Partnerschaft jederzeit beendbar, Provision nur auf Bestellungen über Wolt.
  5. Jack News: Neue Servicegebühr bei Lieferando — Nachrichtenseite. Servicegebühr seit 2. April 2025, vom Gast gezahlt, Restaurants erhalten keinen Anteil; Provision von 14 % läuft weiter; Update vom 21. November 2025 nennt 5 %.
  6. SumUp: Uber Eats und Lieferando im Vergleich — Anbieter von Kassen- und Zahlungslösungen, 20. Oktober 2024. Lieferando veröffentlicht keine Konditionen; genannt werden 14 % für den Bestellservice und 30 % inklusive Lieferung.
  7. Bundeskartellamt: Verfahren gegen Lieferando eingestellt — Pressemitteilung vom 12. Juli 2023. Bestpreisklausel in den AGB; Einstellung aus Ermessensgründen ohne Aussage über die kartellrechtliche Zulässigkeit. Quelle des Zitats von Andreas Mundt.
  8. Tageskarte: Dehoga kritisiert Provisionshöhen bei Lieferdiensten — Dezember 2020, zitiert den Tagesspiegel. Quelle der Aussage von Hartges und der 30 % bei Lieferung.
  9. Haller Kreisblatt: So geraten Gastronomen in OWL durch Lieferando unter Druck — 3. Januar 2021. Quelle der Aussagen von Irfan Harman, Alte Börse, Bielefeld.
  10. inFranken.de: Bistro-Chefin kritisiert Lieferando — Aktualisiert am 4. Juli 2022. Quelle der Aussagen von Jasmin Meier, Cani's Bistro, Dörfles-Esbach.
  11. IHK Frankfurt am Main: Reduzierter Mehrwertsteuersatz — Seit 1. Januar 2026 steuerliche Gleichstellung von Vor-Ort-Verzehr und Take-away bei Speisen; Getränke grundsätzlich 19 %.
  12. Bundesregierung: Mindestlohn steigt — Mindestlohn seit 1. Januar 2026 13,90 € brutto je Stunde, 2027 14,60 €.
  13. Minijob-Zentrale: Abgaben und Steuern für gewerbliche Arbeitgeber — Abgaben an die Minijob-Zentrale für gewerbliche Arbeitgeber insgesamt höchstens 31,17 %.
  14. Bundesreisekostengesetz § 5: Wegstreckenentschädigung — 30 Cent je Kilometer bei erheblichem dienstlichem Interesse an der Benutzung eines Kraftwagens; hier als Richtwert für die Fahrzeugkosten verwendet.
  15. Stripe Deutschland: Preise — Standardkarten aus dem EWR 1,5 % + 0,25 €.
  16. GastroSprint: Preise — GastroSprint Direkt ab 64 € netto im Monat ohne Provision, Growth 119 €, Complete 149 € plus 499 € Einrichtung. Stand: 10. Oktober 2026.
  17. Li und Wang: On-Demand Delivery Platforms and Restaurant Sales, Management Science — US-Restaurantdaten, online veröffentlicht am 16. Oktober 2024. Im Text sinngemäß und ohne Anführungszeichen wiedergegeben.

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