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Bestes Kassensystem für die Gastronomie: Welches System zu welchem Betrieb passt

Neun Optionen für Cafés, Bars und Restaurants, von der offenen Ladenkasse bis Flatpay, alle Preise von den Anbieterseiten selbst, geprüft am 14. September 2026. Nicht der günstigste Kartensatz entscheidet, sondern die Betriebsgröße.

Alex Riesenkampff

Alex Riesenkampff

14. September 2026 · 12 Min. Lesezeit · Markdown

Acht Kassensysteme und die offene Ladenkasse als Nullpunkt. Die Frage hier ist nicht, was am Monatsende am günstigsten ist, dazu rechnet unser Kassensystem-Kostenvergleich die Gesamtkosten bei einem festen Kartenumsatz durch. Diese Seite sortiert stattdessen nach Betrieb: eine Kasse oder mehrere, gebündelte Kartenzahlung oder freie Wahl, drei Monate Bindung oder drei Jahre.

Für einen Betrieb mit einer Kasse und unter rund 3.150 € Kartenumsatz im Monat ist SumUp ohne Grundgebühr in jedem Kartenmix der günstigste Einstieg, für einen Betrieb mit drei oder mehr Kassen zahlt sich dagegen eine Staffel wie bei Gastronovi oder ready2order aus, bei der nicht jede zusätzliche Kasse den vollen Aufpreis kostet. Zwischen rund 3.150 € und 4.060 € hängt es vom eigenen Kartenmix ab, ob die Grundgebühr sich schon lohnt; unser SumUp-Beitrag rechnet das für die eigene Kartenmischung vor. Alle Preise unten stammen von den Seiten der Anbieter selbst, geprüft am 14. September 2026.

Neun Optionen, sortiert nach Betriebstyp statt nach Preis
Offene LadenkasseReines Bargeschäft, ein Steuersatz0 €Nicht nötig, dafür täglicher KassenberichtKeine
SumUp1 Kasse, unter rund 3.150 €/Monat0 € (1,39 % je Zahlung) oder 19 €/Monat (0,79 %)Ja, im 49-€-AboZahlungen: keine; Kassen-Abo: Frist nicht veröffentlicht
ready2orderMehrere Kassen an einem Standort35,90 € je Kasse + 15,90 € TSE je BetriebSeparat, nur einmal je Betrieb12 Monate, 1 Monat Frist
orderbird1 Kasse mit eigener Kartenzahlung99,90 € mit Kartenzahlung / 119,90 € ohneJa, in allen PRO-Paketen1 Monat bis 10 Jahre wählbar, 1 Monat Frist
GastronoviMehrere Lizenzen oder Standorte69 € 1. Lizenz, ab 49 € ab der 6.Separat, 14 €/Monat3 Monate, danach monatlich
VectronMehrere Filialen mit Fachhändler-Betreuung34,90 € Grundgebühr + Hardware-Miete ab 24,90 €Nur über Fachhändler, kein Preis veröffentlichtNicht auf der Preisliste veröffentlicht
TillhubMobiler Betrieb, FoodtruckAb 30 €/Monat (POS Go)Widersprüchliche Angaben auf eigener Seite12 Monate, 30 Tage Frist
LightspeedMehrere Standorte, internationale Plattform89 € bis 249 €, je nach LizenzzahlPreis nicht veröffentlichtAutomatische Verlängerung, 90 Tage Frist
FlatpayÜber 200.000 € Kartenumsatz im Jahr0,99 % vom Kartenumsatz (1,39 %-1,79 % unter der Schwelle), dazu 1.999 € oder 2.999 € einmalig für das POS-PaketNicht gesondert ausgewiesen36 Monate Sperrfrist, danach 1 Monat
Preise der Anbieter, geprüft am 14. September 2026. Wo nicht ausdrücklich als netto oder brutto gekennzeichnet, sagt die Anbieterseite selbst nichts dazu.

Die offene Ladenkasse

Die Option ohne Software, und für einen kleineren Teil der Betriebe die rechtlich richtige. Eine Registrierkasse ist in Deutschland nicht vorgeschrieben, und eine offene Ladenkasse bleibt zulässig, allerdings nur als Ausnahme. Laut dem Merkblatt des Finanzamts Niedersachsen ist die vereinfachte, summarische Form nur bei Barverkauf an eine "Vielzahl unbekannter Personen" erlaubt. Sie ist in der Regel nicht mehr anwendbar, sobald ein Teil der Kunden bekannt ist, teilweise unbar bezahlt wird oder andere Vorschriften eine Einzelaufzeichnung verlangen, etwa unterschiedliche Steuersätze auf einer Rechnung.

Was sie gut kann, ist Kosten von null. Kein Anbieter, keine TSE, keine Softwaregebühr. Dafür verlangt sie Disziplin: Der gesamte Bargeldbestand muss täglich gezählt und in einem retrograden Kassenbericht dokumentiert werden, ein in Excel geführter Bericht erfüllt die Anforderungen laut demselben Merkblatt nicht. Bei einer Kassen-Nachschau schneidet sie dabei nicht schlechter ab, als der Ruf vermuten lässt: Laut dem Evaluierungsbericht des Bundesfinanzministeriums vom November 2025 blieben 2024 bei offenen Ladenkassen 35,57 % der Prüfungen ohne Beanstandung, bei elektronischen Systemen 36,76 %, ein Unterschied von gut einem Prozentpunkt.

Wer sie nicht führen sollte: praktisch jedes Café, jede Bar und jedes Restaurant mit Kartenzahlung, denn Kartenumsätze sind Einzelaufzeichnungen und keine offene Ladenkasse mehr. Realistisch bleibt sie für einen Marktstand, einen Foodtruck mit reinem Bargeschäft oder ein sehr frühes Vorhaben vor dem ersten Wareneinkauf.

Kosten: 0 €, dafür die eigene Zeit für den täglichen Kassenbericht und das Risiko, ihn im Streitfall nicht formgerecht führen zu können.

SumUp

Der Anbieter ohne Fixkosten im Basistarif, und der einzige hier, dessen Preis sich innerhalb eines Monats änderte. Die Software kostet 0 €, mit weiteren Funktionen im Plus-Abo 49 € im Monat, ohne dass die Seite angibt, ob netto oder brutto gemeint ist.

Was er gut kann, ist ein Start ohne Investition. Die Kartenzahlung kostet 1,39 % je Vor-Ort-Zahlung ohne Grundgebühr, und Hardware wird gekauft statt gemietet: Der Basic-Kasse-Satz kostet aktuell 249 € netto statt 399 €, allerdings als reduzierter Aktionspreis und nicht als dauerhafte Untergrenze; inklusive Mehrwertsteuer werden daraus 296,31 €. Zahlungen Plus senkt den Kartensatz auf 0,79 % für 19 € im Monat, wobei die Preisseite und die Tarifseite unterschiedlich beschreiben, welche Karten den Rabatt bekommen: einmal nur "inländische", einmal alle außer solchen von außerhalb des EWR.

Wer ihn nicht nehmen sollte: ein Betrieb, der einen festen Vertrag mit klarer Laufzeit will. Die Geschäftsbedingungen für die Kassensystem-Services nennen keine Zahl von Monaten für die erste Laufzeit, nur dass bei früherer Kündigung die Gebühren bis zum Laufzeitende weiterlaufen. Und der Preis für das Plus-Abo stieg zwischen dem 12. August und dem 14. September 2026 von 39 € auf 49 €, ein Viertel mehr binnen vier Wochen.

Kosten: 0 € oder 49 € im Monat für die Software, dazu 1,39 % oder 0,79 % je Kartenzahlung, je nach Tarif.

ready2order

Der Anbieter, der die TSE vom Kassenpreis trennt, was bei mehreren Kassen zum Vorteil wird. Das Kassensystem-Abo kostet 35,90 € netto "pro Kassengerät", die TSE 15,90 € netto, aber laut eigener Preisseite "für alle Nutzer" und damit nur einmal je Betrieb.

Was er gut kann, ist Mehrkassenbetriebe fair bepreisen. Ein Restaurant mit drei Kassen zahlt die TSE einmal statt dreimal, ein struktureller Vorteil gegenüber jedem Anbieter, der sie je Gerät berechnet. Das Gastro-Paket für 23,90 € ergänzt Tischplan und Küchenbons. Alle Preise sind ausdrücklich "exkl. MwSt." gekennzeichnet, was Planungssicherheit gibt, die SumUp und Gastronovi nicht bieten.

Wer ihn nicht nehmen sollte: wer den angezeigten Monatspreis wörtlich nimmt. Die 35,90 € sind rechnerisch der Jahrespreis geteilt durch zwölf, und dieselbe Seite wirbt mit einer Ersparnis von "mind. 132 €" gegenüber zwölf einzelnen Monatslizenzen, woraus eine höhere echte Monatslizenz folgt, die nirgends als Zahl steht. Verträge laufen laut AGB zwölf Monate und verlängern sich ohne Kündigung mit einem Monat Frist automatisch um zwölf weitere.

Kosten: 35,90 € netto je Kasse plus 15,90 € netto TSE je Betrieb im Jahresabo, dazu 1,23 % je Kartenzahlung über readyPay ohne Grundgebühr.

orderbird

Der Anbieter, dessen Preis von einer zweiten Buchung abhängt. Paket S kostet 99,90 € netto im Monat, aber nur, wenn gleichzeitig die orderbird-Kartenzahlung gebucht wird; ohne sie sind es 119,90 €.

Was er gut kann, ist ein vollständiges Paket ohne Zusatzfragen zur TSE: Alle PRO-Pakete sind laut eigener Seite "finanzamtkonform" und enthalten eine zertifizierte TSE, anders als bei ready2order oder Gastronovi keine separate Position. Die Pakete sind zudem klar nach Betriebsgröße benannt, S "für Thekenbetriebe, Café oder Bar mit einem Gerät", L "für Betriebe mit mehreren Stationen".

Wer ihn nicht nehmen sollte: wer wissen will, was die Kartenzahlung selbst kostet, bevor er unterschreibt. Der Transaktionssatz steht auf keiner orderbird-Seite und wird erst im Beratungsgespräch genannt, weshalb sich der gebündelte Preis vorher nicht vollständig nachrechnen lässt. Bei der Vertragslaufzeit lohnt ein zweiter Blick: Die AGB bieten ein Jahr, drei Jahre oder eine "Lifetime"-Lizenz über zehn Jahre, und eine verpasste Kündigung verlängert die Drei-Jahres-Lizenz um weitere 36 Monate.

Kosten: 99,90 € bis 169,90 € netto im Monat je nach Paketgröße, plus einen nicht veröffentlichten Kartenzahlungssatz.

Gastronovi

Der Anbieter mit der klarsten Mengenstaffel. Die erste Kassenlizenz kostet 69 € im Monat, die zweite bis fünfte 59 €, ab der sechsten 49 €, jeweils ohne Angabe, ob netto oder brutto.

Was er gut kann, ist Kartengebühren offenlegen, wo andere schweigen. Gastronovi Pay staffelt den Satz für Kredit- und Debitkarten von 0,70 % unter 50.000 € Monatsumsatz auf 0,50 % ab 150.001 €, für die Girocard sogar von 0,10 % auf 0,04 %, dazu eine fallende Cent-Gebühr je Transaktion. Das ist eine der wenigen vollständig veröffentlichten Staffeln im Vergleich. Die Mindestvertragslaufzeit liegt bei nur drei Monaten, danach monatlich kündbar mit einem Monat Vorlauf.

Wer ihn nicht nehmen sollte: wer nur die Kasse will und sonst nichts. Gastronovi verkauft Kassensystem, Tischreservierung, Bestellsystem und Warenwirtschaft als getrennte Module, und der Kassenpreis deckt ausschließlich das Kassensystem ab. Die TSE kommt mit 14 € im Monat obendrauf, inklusive 10.000 Transaktionen, danach 9 € je weitere 10.000. Ein Betrieb mit einer Kasse und wenig Kartenumsatz zahlt hier relativ mehr als bei einem gestaffelten Anbieter mit vielen Lizenzen.

Kosten: 69 € bis 49 € je Lizenz und Monat, plus 14 € TSE, plus 0,70 % bis 0,50 % je Kartenzahlung.

Vectron

Der Anbieter mit einem Fachhändlernetz statt einem Online-Preisrechner. Vectron verkauft nicht direkt, sondern über ein bundesweites Netz von Fachhändlern, die Installation, Programmierung und Schulung übernehmen. Auf der eigenen Preisliste stehen trotzdem konkrete Zahlen: Die Grundgebühr für die Kartenzahlung liegt bei 34,90 € im Monat zuzüglich 1,29 % je Transaktion, bei American Express 1,9 %.

Was er gut kann, ist Vor-Ort-Betreuung durch einen lokalen Fachhändler, etwas, das kein rein online abschließbarer Anbieter in diesem Vergleich bietet. Für eine Bäckerei mit mehreren Filialen oder einen Betrieb, der Installation und Wartung nicht selbst erledigen will, ist das ein echter Vorteil und kein Umweg. Hardware wird separat gemietet, von 24,90 € im Monat für die mobile POS Life bis 39,90 € für die stationäre POS 7 oder POS 8 mit Drucker.

Wer ihn nicht nehmen sollte: wer online abschließen und sofort loslegen will. Die TSE trägt auf der Preisliste keinen Betrag, nur den Verweis auf den Fachhändler, ebenso Programmierung, Installation und Training. Eine Vertragslaufzeit veröffentlicht die Seite überhaupt nicht. Wer vor dem ersten Gespräch vergleichen will, hat bei den anderen acht Optionen hier mehr Zahlen vorab.

Kosten: 34,90 € Grundgebühr plus 1,29 % je Kartenzahlung, dazu 24,90 € bis 39,90 € Hardware-Miete im Monat; TSE, Installation und Vertragslaufzeit verhandelt der Fachhändler vor Ort.

Tillhub

Der Anbieter für den mobilen Einsatz, und der einzige hier mit einem echten Tablet-Einstieg. POS Go kostet laut eigener Preisseite "ab 30 € pro Monat inklusive TSE", die stationäre iPad-Kasse "ab 69 €".

Was er gut kann, ist ein leichtes System ohne festes Terminal. Für einen Foodtruck oder einen Stand auf wechselnden Märkten ist ein Tablet praktischer als ein stationäres Gerät wie bei orderbird oder Lightspeed. Der Einstiegspreis ist zudem der niedrigste unter den Anbietern mit fester Monatsgebühr in diesem Vergleich, günstiger noch als ready2order.

Wer ihn nicht nehmen sollte: wer sich auf die Aussage "inklusive TSE" verlässt, ohne nachzufragen. Auf der Preisseite steht "inklusive", auf der eigenen TSE-Seite dagegen ein separater Festpreis von 119 € im Jahr, ohne dass Tillhub die beiden Angaben irgendwo auflöst. Ein Kartenzahlungssatz wird nirgends genannt. Und laut AGB liegen die laufenden Preise nur für die ersten sechs Monate fest, danach kann Tillhub sie einseitig anpassen, was bei den übrigen sechs Anbietern so nicht vorkommt.

Kosten: ab 30 € im Monat, unklar ob die TSE darin wirklich enthalten ist oder mit 119 € im Jahr dazukommt.

Lightspeed

Die internationale Plattform im Feld, und das einzige Modell mit klar benannten Lizenzstufen für wachsende Betriebe. Basic kostet 89 € im Monat für eine Lizenz, Core 159 € für zwei, Pro 249 € für drei, jede weitere Lizenz 49 €.

Was sie gut kann, ist mit dem Betrieb mitwachsen, ohne das System zu wechseln. Ab Core sind Warenwirtschaft, Gutscheine und Treueprogramm enthalten, ab Pro Click & Collect und Lieferung. Für einen Betrieb, der von einem auf drei Standorte wächst, bleibt die Plattform dieselbe, nur die Lizenzzahl ändert sich.

Wer sie nicht nehmen sollte: wer vor Vertragsschluss wissen will, was die Kartenzahlung kostet. Weder der Kartensatz noch ein TSE-Preis stehen auf der Preisseite; Core und Pro beschreiben den Satz nur als "personalisierbar", was eine individuelle Verhandlung bedeutet, aber keine Vergleichszahl liefert. Auch fehlt jede Angabe, ob die genannten Beträge netto oder brutto sind. Und wer die Kündigungsfrist verpasst, bindet sich laut Servicevertrag erneut für die volle ursprüngliche Mindestlaufzeit, kündbar mit 90 Tagen Vorlauf, oder mit 30 Tagen, wenn kein separates Auftragsformular vereinbart wurde.

Kosten: 89 € bis 249 € im Monat je nach Lizenzzahl, dazu ein individuell verhandelter, nicht öffentlich bezifferter Kartensatz.

Flatpay

Der Anbieter, bei dem der Kartensatz die eigentliche Rechnung ist, nicht die Softwaregebühr. Das reine Zahlungsterminal kostet 0 € Bereitstellung und 1,39 % je Transaktion unter 200.000 € Jahres-Kartenumsatz, danach 0,99 %.

Was er gut kann, ist bei hohem Kartenumsatz günstig werden. Ein Betrieb über der 200.000-€-Schwelle zahlt auf jeder Position den niedrigeren Satz, ohne dass sich am Vertrag sonst etwas ändert. Die AGB nennen die Preise ausdrücklich als "exklusive Mehrwertsteuer", eine der klareren Angaben in diesem Vergleich.

Wer ihn nicht nehmen sollte: wer sich nicht für drei Jahre binden will. Laut eigenen AGB gilt eine Kündigungssperrfrist von 36 Monaten ab Vertragsannahme, in der überhaupt nicht gekündigt werden kann, die längste Bindung unter den acht geprüften Anbietern. Dazu kommt eine Mindestumsatzklausel: Unter 2.000 € Kartenumsatz je Terminal im Monat werden 50 € netto berechnet, was einen Saisonbetrieb in der Nebensaison trifft. Die eigene Gastronomieseite wirbt zudem mit "maximal 1,69 %", während die Preistabelle für Basic- und Premium-POS unterhalb der Umsatzschwelle 1,79 % nennt, ein Widerspruch, der sich nicht von selbst auflöst. Hardware bleibt zudem Eigentum von Flatpay und muss bei Vertragsende innerhalb von zehn Arbeitstagen zurückgehen.

Kosten: 1,39 % bis 1,79 % je Kartenzahlung, dazu 1.999 € oder 2.999 € einmalig für die POS-Pakete, gebunden über 36 Monate.

Also welches

Für einen Marktstand oder Foodtruck mit reinem Bargeschäft und einem Steuersatz: die offene Ladenkasse, sofern der tägliche Kassenbericht wirklich diszipliniert geführt wird. Sobald Kartenzahlung, mehrere Steuersätze oder Stammkunden mit Rechnung dazukommen, trägt die vereinfachte Form nicht mehr, und das betrifft die meisten Cafés, Bars und Restaurants.

Für eine einzelne Kasse mit Kartenumsatz unter rund 3.150 € im Monat: SumUp ohne Grundgebühr, in jedem Kartenmix die günstigere Wahl, mit dem Vorbehalt, dass die Kassensystem-Services keine feste Laufzeit veröffentlichen und der Softwarepreis sich zuletzt innerhalb weniger Wochen änderte. Wer zwischen 3.150 € und 4.060 € liegt, rechnet die eigene Kartenmischung im SumUp-Beitrag nach, bevor er sich festlegt.

Für einen Betrieb mit mehreren Kassen an einem Standort, der die TSE nicht mehrfach zahlen will: ready2order. Wer stattdessen die eigene Kartenzahlung im Paketpreis mitnehmen will und mit einem Anbieter ohne separate TSE-Frage leben kann: orderbird, mit der Einschränkung, dass der Kartensatz erst im Gespräch bekannt wird.

Wer über mehrere Lizenzen oder Standorte wächst und dabei von einer offen gestaffelten Kartengebühr profitieren will: Gastronovi. Wer stattdessen für mehrere Filialen einen Fachhändler vor Ort für Installation, Wartung und die TSE will, statt online abzuschließen: Vectron. Für einen mobilen Betrieb ohne festen Standort: Tillhub, allerdings mit der TSE-Frage vorab schriftlich geklärt. Wer eine international etablierte Plattform für mehrere Standorte sucht und mit einer verhandelten statt einer veröffentlichten Kartengebühr leben kann: Lightspeed.

Und wer über 200.000 € Kartenumsatz im Jahr macht und eine dreijährige Bindung nicht scheut: Flatpay, wo der Satz auf 0,99 % sinkt. Ob das gegen Gastronovis niedrigere Grundsätze plus Cent-Gebühr je Transaktion tatsächlich günstiger ist, hängt von der Transaktionszahl und dem durchschnittlichen Bon ab und lässt sich nur mit den eigenen Zahlen entscheiden. Was ein Wechsel zwischen zwei dieser Systeme konkret kostet, wenn die Wahl einmal getroffen ist, rechnet unser Kassensystem-Kostenvergleich durch, und was ein Wechsel während einer laufenden Bindung an Ausstiegskosten bedeutet, unser Beitrag zum Anbieterwechsel. Die vollständigen Einzelanalysen zu drei der hier genannten Anbieter stehen außerdem in unseren Beiträgen zu SumUp, orderbird und ready2order.

Häufige Fragen

Was kostet das günstigste Kassensystem für die Gastronomie im Monat?

Ohne Grundgebühr kommt man mit SumUp aus: 0 € im Monat, dafür 1,39 % je Kartenzahlung. Bei den Systemen mit fester Monatsgebühr liegt Tillhub mit "ab 30 €" am niedrigsten (Tillhub, geprüft am 14. September 2026), gefolgt von ready2order mit 35,90 € netto je Kasse. Die offene Ladenkasse kostet 0 €, verlangt dafür aber einen täglichen, revisionssicheren Kassenbericht von Hand.

Brauche ich überhaupt ein elektronisches Kassensystem?

Nein, eine Registrierkasse ist in Deutschland nicht vorgeschrieben. Eine offene Ladenkasse bleibt zulässig, allerdings nur unter engen Voraussetzungen: reines Bargeschäft, ein einheitlicher Steuersatz und eine hohe Zahl unbekannter Kunden. Verkauft ein Betrieb auch auf Rechnung, mit Kartenzahlung oder zu zwei Mehrwertsteuersätzen, trägt die vereinfachte offene Ladenkasse laut dem Finanzamt Niedersachsen in der Regel nicht mehr, was auf die meisten Cafés, Bars und Restaurants zutrifft.

Welches Kassensystem hat die kürzeste Kündigungsfrist?

orderbird und ready2order lassen sich mit einem Monat Frist zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit kündigen, orderbird zusätzlich mit einer echten Monatslizenz ohne weitere Bindung. Tillhub liegt mit 30 Tagen Frist praktisch gleichauf. Am anderen Ende steht Flatpay mit einer 36-monatigen Kündigungssperrfrist laut eigenen AGB, während der eine Kündigung gar nicht erst möglich ist, und Lightspeed mit 90 Tagen Frist vor Ablauf der automatisch verlängerten Laufzeit, oder 30 Tagen ohne separates Auftragsformular.

Ist die TSE bei den Anbietern im Preis enthalten?

Uneinheitlich. Bei orderbird und SumUps Kassensystem-Abo ist sie Teil des Pakets, bei ready2order und Gastronovi eine eigene Position (15,90 € beziehungsweise 14 € im Monat), und bei Lightspeed und Flatpay nennt keine geprüfte Seite einen gesonderten TSE-Preis. Tillhub widerspricht sich zwischen zwei eigenen Seiten selbst, einmal "inklusive", einmal 119 € im Jahr.

Lohnt sich ein Anbieter, bei dem die Kartenzahlung mitgebucht werden muss?

Das kommt auf den eigenen Kartenumsatz an. orderbird verlangt 20 bis 30 € im Monat mehr, wenn die eigene Kartenzahlung nicht gebucht wird, veröffentlicht dafür aber nirgends, was diese Kartenzahlung pro Transaktion kostet. Ein Betrieb, der den eigenen effektiven Kartensatz kennt, kann gegenrechnen; wer ihn nicht kennt, kauft die Kartenzahlung ohne den Preis dafür zu sehen. Unser Rechner im Kassensystem-Kostenvergleich macht diesen Vergleich konkret.

Was ändert sich bei mehreren Kassen an einem Standort?

Die Abrechnungseinheit wird wichtiger als der Kopfpreis. ready2order berechnet die TSE einmal je Betrieb statt je Kasse, was Mehrkassenbetriebe gegenüber Anbietern mit Abrechnung je Gerät günstiger stellt. Gastronovi senkt den Lizenzpreis selbst mit jeder weiteren Lizenz, von 69 € für die erste auf 49 € ab der sechsten. orderbird und Lightspeed staffeln ebenfalls, allerdings in Paketstufen statt pro Kasse: orderbird kostet, nur wenn gleichzeitig die eigene Kartenzahlung gebucht wird, 99,90 € für eine Lizenz, 139,90 € für zwei (+40 €) und 169,90 € für drei (+30 €), sonst 20 bis 30 € mehr je Stufe; bei Lightspeed sinkt der Preis je weiterer Lizenz ab der vierten auf pauschal 49 €, weniger als die 89 € der ersten. Für Tillhub veröffentlicht keine geprüfte Seite einen Mehrkassen-Preis.

Quellen

  1. SumUp - Preise (Deutschland)Umsatzbasiertes Zahlen 1,39 % ohne Grundgebühr; ab 3.500 € begünstigtem Monatsumsatz lohnt sich Zahlungen Plus für 19 € im Monat mit 0,79 % für "inländische EC- und Kreditkarten"; ab 10.000 € Monatsumsatz individueller Tarif. Geprüft am 14. September 2026.
  2. SumUp - Zahlungen PlusNennt denselben Tarif als "Ab 17 € / Monat" mit "199 € pro Jahr (Sie sparen 13 %)" und schließt "außerhalb des EWR ausgestellte Karten sowie Firmen- und Premium-Karten" vom Rabatt aus, abweichend von der Preisseite, die nur "inländische" Karten begünstigt. "Jederzeit kündbar". Geprüft am 14. September 2026.
  3. SumUp - Kassensystem/KasseMonatliche Softwarekosten 0 €, "49 € mit dem Kassensoftware Plus Abo", keine MwSt.-Kennzeichnung neben dem Betrag. Hardware: Basic Kasse 249 € (reduziert von 399 €, "296,31 € USt. inbegriffen"), Starter-Kit 549 €, Complete Set 599 €, Retail Set 649 €, jeweils inkl. USt. Geprüft am 14. September 2026.
  4. SumUp - Geschäftsbedingungen für Kassensystem-ServicesAbschnitt 9 nennt keine Zahl von Monaten für die erste Abonnementlaufzeit, nur "Ihre Abonnementlaufzeit" als Begriff; bei früherer Kündigung Fortzahlung der Gebühren bis zum Laufzeitende, danach jederzeit kündbar zum Ende des Folgemonats. Geprüft am 14. September 2026.
  5. SumUp Gebühren & Kosten 2026 (Super44)Frühere Prüfung vom 12. August 2026 nannte für denselben Tarif noch "39 € (zzgl. MwSt.)"; Grundlage für den Preisanstieg in diesem Beitrag.
  6. ready2order - PreiseKassensystem-Abo 35,90 € netto "pro Kassengerät" (430,80 € im Jahr), TSE-Paket 15,90 € netto "für alle Nutzer" (190,80 € im Jahr), Gastro-Paket 23,90 € netto. "Alle Preise exkl. MwSt." Jahresabo spart laut eigener Angabe "mind. 132 €" gegenüber zwölf Monatslizenzen. Geprüft am 14. September 2026.
  7. ready2order - readyPayreadyPay-Kartenzahlung "1,23% pro Transaktion", keine gesonderte Grundgebühr und kein Mindestumsatz genannt. Geprüft am 14. September 2026.
  8. ready2order - Allgemeine Geschäftsbedingungen§ 10: "Verträge auf zwölf Monate befristet abgeschlossen", "Kündigungsfrist von einem Monat zum Ende der Vertragslaufzeit", automatische Verlängerung "um die ursprüngliche Vertragsdauer" ohne fristgerechte Kündigung. Geprüft am 14. September 2026.
  9. orderbird - Preise für Dein Gastronomie-KassensystemPaket S 99,90 €, M 139,90 €, L 169,90 € netto im Monat bei 12-monatiger Laufzeit, "nur wenn gleichzeitig die orderbird-Kartenzahlung gebucht wird"; ohne Kartenzahlung 119,90 € / 159,90 € / 199,90 €. "Alle Kosten verstehen sich zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer." Alle Pakete "finanzamtkonform" mit zertifizierter TSE. Kein Kartenzahlungssatz genannt. Geprüft am 14. September 2026.
  10. orderbird - Allgemeine GeschäftsbedingungenZiffer 8.a.1: Laufzeiten von einem Monat, einem Jahr, drei Jahren oder zehn Jahren ("Lifetime"). Ziffer 8.a.2: automatische Verlängerung um dieselbe Dauer ohne Kündigung einen Monat vor Ablauf; die Lifetime-Lizenz verlängert sich danach nur noch monatlich. Ziffer 8.a.4: Kündigung bedarf der Schriftform. Geprüft am 14. September 2026.
  11. Gastronovi - PreisübersichtKassensystem-Lizenz "1. Lizenz 69 € monatl.", "2. bis 5. Lizenz 59 €", "ab der 6. Lizenz 49 €"; jährlich 690 € für die erste Lizenz. Cloud-TSE separat "14 € monatl. · 140 € jährl." inklusive 10.000 Transaktionen, 9 € je weitere 10.000. Gastronovi Pay: Staffel nach "Transaktionsvolumen pro Monat", Visa/Mastercard/Maestro/V Pay gestaffelt von 0,70 % (bis 50.000 €) auf 0,50 % (ab 150.001 €), Girocard von 0,10 % auf 0,04 %, dazu 10 bis 6 Cent je Transaktion nach Volumen. Mindestvertragslaufzeit "3 Monate, danach monatlich kündbar, mit einem Vorlauf von 1 Monat". Keine MwSt.-Kennzeichnung neben den Preisen. Tischreservierung, Bestellsystem und Warenwirtschaft sind eigene, separat aufgeführte Preispositionen, nicht im Kassensystem-Preis enthalten. Geprüft am 14. September 2026.
  12. Gastronovi - Kassensystem (Produktseite)Positionierung als "Herzstück Deiner Gastronomie", "von Restaurant bis Café, von Foodtruck bis Franchise". Geprüft am 14. September 2026.
  13. Vectron - PreislisteKartenzahlung "1,29 % (AMEX 1,9 %)", Grundgebühr "34,90 € mtl.". Hardware-Miete: POS 7 und POS 8 inkl. Drucker "39,90 € mtl.", POS Life "24,90 € mtl.". TSE sowie Programmierung, Installation und Training laufen über den Fachhändler, kein Preis dafür auf dieser Seite. Keine Vertragslaufzeit auf der Seite genannt. Geprüft am 14. September 2026.
  14. Vectron - StartseiteVerkauf über ein bundesweites Fachhändlernetz statt eines Online-Abschlusses; Navigationspunkte "Angebot anfordern" und "Händlersuche" statt eines Warenkorbs, Händlersuche-Seite spricht von einem "großen Händlernetzwerk" ohne genaue Zahl. Geprüft am 14. September 2026.
  15. Tillhub - Preise"POS Go ab 30 € pro Monat inklusive TSE" (mobile Kasse), "iPad Kassen ab 69 € pro Monat". Keine MwSt.-Kennzeichnung, kein Kartenzahlungssatz und keine Vertragslaufzeit auf dieser Seite genannt. Geprüft am 14. September 2026.
  16. Tillhub - TSE für die Kasse"Die Kosten für die TSE für Deine Tillhub Kasse liegen jährlich bei einem Festpreis von nur 119 €", widerspricht der "inklusive TSE"-Angabe auf der Preisseite. Geprüft am 14. September 2026.
  17. Tillhub - Allgemeine GeschäftsbedingungenZiffer 10.1: "Sofern nichts anderes vereinbart ist, beträgt die Vertragslaufzeit ein Jahr." Ziffer 10.2: automatische Verlängerung um ein weiteres Jahr ohne Kündigung "mit einer Frist von 30 Tagen zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeit". Ziffer 8.5: laufende Preise für die ersten 6 Monate fest, danach anpassbar. Geprüft am 14. September 2026.
  18. Lightspeed - Preise des Kassensystems für RestaurantsBasic 89 €/Monat (1 Lizenz), Core 159 €/Monat (2 Lizenzen, "personalisierbarer" Kartensatz), Pro 249 €/Monat (3 Lizenzen), weitere Lizenz 49 €/Monat. Kein Kartenzahlungssatz und keine MwSt.-Kennzeichnung auf der Seite genannt. Geprüft am 14. September 2026.
  19. Lightspeed - Servicevertrag§ 4.2: automatische Verlängerung um die volle ursprüngliche Mindestlaufzeit ohne Kündigung mit 90 Tagen Frist vor Laufzeitende (30 Tage ohne separates Auftragsformular). Geprüft am 14. September 2026.
  20. Flatpay - PreiseZahlungsterminal 1,39 % je Transaktion unter 200.000 € Jahres-Kartenumsatz, 0,99 % darüber, 0 € Bereitstellung. Basic POS 1,79 %/0,99 %, 1.999 € einmalig. Premium POS 1,79 %/0,99 %, 2.999 € einmalig. Geprüft am 14. September 2026.
  21. Flatpay - Kassensystem GastronomieWirbt mit "einer niedrigen Transaktionsgebühr von maximal 1,69 %", widerspricht der Preistabelle mit 1,79 % für Basic/Premium POS unter dem Schwellenwert. Geprüft am 14. September 2026.
  22. Flatpay - Allgemeine Geschäftsbedingungen (Deutschland)§ 10.1: Preise "in Euro angegeben und exklusive Mehrwertsteuer". § 10.2.1: 50 € netto je Terminal in Monaten unter 2.000 € Umsatz je Terminal. § 12.2: 36-monatige Kündigungssperrfrist ab Vertragsannahme. § 4.1: Hardware bleibt Eigentum von Flatpay. § 4.4 und § 12.4: Rückgabe binnen 10 Arbeitstagen nach Vertragsende. Geprüft am 14. September 2026.
  23. Finanzamt Niedersachsen: Merkblatt KassenführungOffene Ladenkasse in Form der summarischen Kassenführung nur "bei bestimmten Fallkonstellationen" zulässig, nämlich Barverkauf an eine "Vielzahl unbekannter Personen"; nicht anwendbar bei teilweisem unbaren Verkauf, teilweise bekannten Kunden oder wenn andere Vorschriften eine Einzelaufzeichnung verlangen. Kassenbestand ist "täglich zu zählen"; Belege und Aufzeichnungen 8 Jahre aufzubewahren. Bezieht sich auf die GoBD in der Fassung vom 14. Juli 2025. Geprüft am 14. September 2026.
  24. Bundesfinanzministerium: Bericht zur Evaluierung des Gesetzes zum Schutz vor Manipulationen an digitalen GrundaufzeichnungenKassen-Nachschauen bei offenen Ladenkassen 2023: 2.482 geprüft, 38,70 % ohne Beanstandung; 2024: 2.744 geprüft, 35,57 % ohne Beanstandung. Elektronische Systeme im Vergleich: 38,21 % (2023) und 36,76 % (2024) ohne Beanstandung. Stand November 2025. Geprüft am 14. September 2026.

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